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West West true (eig. Nitzelberger), Moritz
* 1840-08-066.8.1840 Landstraße (Wien III), † 1904-07-1111.7.1904 Aigen im Mühlkreis/OÖ (begr. Maria Enzersdorf/NÖ). Librettist, Jurist. Der Sohn des Hofbuchhaltungsbeamten Alois Nitzelberger begann als Jugendlicher mit dem Schreiben und legte im Alter von 17 Jahren sein Gedicht Dreikönigsmärchen F. Grillparzer zur Begutachtung vor. Mit dem um zwei Jahre jüngeren Hofsängerknaben C. Zeller verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Nach seinem Jus-Studium, das er 1858 an der Univ. Wien begann (Dr. jur. 1862), wurde er im Anschluss an eine kurze Gerichtspraxis am Bezirksgericht Leopoldstadt (Wien II) als Sekretär in der Verwaltung der Wiener Union-Bank tätig. Die ersten Texte für seinen Freund Zeller schrieb er Ende der 1860er Jahre zu zwei Liederspielen für den Wiener Akademischen Gesangverein. 1870 Prokurist und Generalsekretär der Mährisch-Schlesischen Zentralbahn, 1874 Verwaltungsrat. 1876 erschien sein erstes Libretto für C. Zellers erstes Bühnenwerk, der komischen Oper Joconde. 1878 legte er aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter nieder und unternahm eine längere Studienreise nach Italien. Angeblich motiviert von R. Genée begann er nach seiner Rückkehr eine Tätigkeit als freiberuflicher Librettist und arbeitete in der Folge vorwiegend für Genée, F. v. Suppè und Zeller, zumeist gemeinsam mit einem Co-Autor (C. Walzel, Genée, L. Held, I. Schnitzer). Seine besondere Begabung zeigte sich dabei im Verfassen der Liedtexte, u. a. stammen die populären, zu Schlager gewordenen Titel Wie mei Ahnl zwanzig Jahr, Sei nicht bös oder Küssen ist keine Sünd aus seiner Feder. Mit seinem letzten Libretto zu E. Eyslers Bruder Straubinger (UA 20.2.1903 Theater an der Wien) gelang ihm auch ein Erfolg in der sog. „silbernen“ Operettenära. Seine umfangreiche Sammlung französischer Vaudeville-, Lustspiel- und Operettentexte aus der Zeit von 1825–75, die ihm zum Teil als Vorlage seiner Libretti diente, wurde von der Familie C. Zellers erworben und ging 1926 in den Besitz der Musiksammlung der ÖNB über.
Werke
Liederspiele (Scenen vom kölnischen Narrenfeste [M: C. Zeller] UA 28.11.1868 Sophiensaal, Die Thomasnacht [M: C. Zeller] UA 27.11.1869 Sophiensaal); Opernlibretto Joconde (M: C. Zeller) UA 18.3.1876 Theater an der Wien; Operettenlibretti (Die Kosakin [M: J. Brandl] UA 31.10.1891 Theater an der Wien, Der Kellermeister [M: C. Zeller/J. Brandl] UA 21.12.1901 Raimundtheater; gem. m. C. Walzel: Nisida [M: R. Genée] UA 9.10.1880 Carltheater, Die Carbonari [M: C. Zeller] UA 27.11.1880 Carltheater, Gil Blas von Santillana [M: A. Czibulka] UA 23.11.1889 Hamburg/D; gem. m. R. Genée: Die Afrikareise [M: F. v. Suppè] UA 17.3.1883 Theater an der Wien, Polnische Wirtschaft [M: Hermann Zumpe] UA Hamburg 1889; gem. m. L. Held: Der Vagabund [M: C. Zeller] UA 30.10.1886 Carltheater, Bellman [M: F. v. Suppè] UA 26.2.1887 Theater an der Wien, Der Vogelhändler [M: C. Zeller] UA 10.1.1891 Theater an der Wien, Der Obersteiger [M: C. Zeller] UA 5.1.1894 Theater an der Wien, Die Schwalben [M: Le. Held] UA 12.2.1897 Theater an der Wien; gem. m. I. Schnitzer: Bruder Straubinger [M: E. Eysler] UA 20.2.1903 Theater an der Wien; gem. m. C. Walzel u. R. Genée: Die Fornarina [M: C. Zeller] UA 18.10.1879 München).
Literatur
Wurzbach 55 (1887); Eisenberg 1893; Stieger III/3 (1981); NFP 14.7.1904, 7; [Linzer] Tages-Post 15.7.1904, 14; Neues Wr. Journal 3.10.1926, 16; Wr. Geschäftsztg. 19.7.1870, 2; Radio Wien 17.11.1933, [4]; www.operetten-lexikon.info (6/2021); https://de.wikipedia.org (6/2021); www.carlzeller.at (8/2021); Taufbuch der Pfarre Landstraße-St. Rochus (Wien III) 1840, fol. 79; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „West (eig. Nitzelberger), Moritz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 13.1.2022]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


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