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Wiener Frauen-Symphonie-Orchester
Ausschließlich aus Musikerinnen zusammengesetztes Wiener Streichorchester, gegründet im Dezember 1920. Zu den Gründungsmitgliedern zählten die Geigerinnen Maria Rodosi und M. Kupka sowie der Dirigent J. Lehnert, der das als Verein konstituierte Orchester (genehmigt am 27.2.1922) statutengemäß die ersten zehn Jahre leitete und danach als Leiter wiedergewählt wurde. Der erste Auftritt des aus 50 Berufsmusikerinnen (Konzertmeisterinnen E. Schlenk-Lechner und M. Rodosi, später E. Steinbauer) bestehenden Klangkörpers, der zweimal wöchentlich vormittags probte und vermutlich europaweit einzigartig war, fand am 6.3.1921 im großen Musikvereinssaal statt. Ab der Saison 1921/22 veranstaltete das W. F. regelmäßig Abonnementkonzerte, die zunächst im großen Saal des Wiener Musikvereins, 1924/25 im Neuen Saal der Hofburg und ab der Saison 1925/26 im Festsaal des Militärkasinos am Schwarzenbergplatz (Wien I) stattfanden. Bei Bedarf wurden männliche Bläser hinzugezogen. Ab 1926 erhielt das W. F. jährliche Subventionen des Bundes und war im Schnitt viermal jährlich auf Radio Wien zu hören. Am 18.2.1927 ehrte es R. Fuchs anlässlich seines 80. Geburtstag einen Tag vor dessen Tod mit einer Feier. Regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Wiener Schubertbund, darüber hinaus Auftritte mit verschiedenen Solisten, darunter P. Wittgenstein. Zum Programm des Orchesters zählten neben Originalkompositionen (u. a. der Wiener Klassiker sowie zeitgenössischer v. a. österreichischer Komponisten wie F. Ippisch, A. Kaufmann, G. Peters, H. Reinhold, F. Schmidt, F. Schreker, H. Sitt, R. Stöhr, L. Welleba, zum Teil auch Uraufführungen) auch Bearbeitungen, z. B. Fr. Schuberts Quintett in C-Dur oder A. Bruckners Streichquintett. Im Zuge der NS-Herrschaft erfolgte am 21.11.1938 die behördliche Auflösung, einige Orchestermitglieder wie z. B. E. Steinbauer spielten danach im Frauen-Symphonie-Orchester Gau Wien. 1946 erfolgte auf Betreiben von Valerie Caboga († 1.8.1956 [Ort?]), von 1921–38 Geigerin und ab 1929 Präsidentin des W. F., auf Basis der Vereinsstatuten von 1931 eine Neugründung. Bis 1956 war das W. F. unter seiner Präsidentin V. Caboga aktiv, 1959 folgte seine endgültige Auflösung.
Werke
Orchesteraufnahmen für den Film Lebenslied 1933.
Literatur
S. Böck, Frauenorchester in Wien, Dipl.arb. Wien 1995; J. Lehnert in Wr. Musik-Ztg. 1/2 (Dezember 1934), 2; R. Effenberger, 71, die in die Augen stechen [1935]; Neues Wr. Tagbl. 12.1.1921, 7, Abendbl. 4.3.1921, 3, Abendbl. 13.12.1924, 6, 18.2.1930, 9, 15.5.1942, 8; Der Tag 14.5.1925, 7, 21.11.1925, 7; Niederösterr. Grenzbote 6.11.1921, 5; Wr. Ztg. 12.10.1921, 5, 10.5.1927, 6, 25.1.1929, 5; Reichspost 24.2.1927, 8, 5.1.1928, 9, 12.5.1931, 8; Freie Stimmen 14.6.1933, 2; Radio Wien 11.12.1931, 47, 11.3.1932, 36; NFP 25.5.1926, 7; Signale für die musikalische Welt Jg. 98, H. 37/38 (1940), 334; Neues Wr. Journal 20.2.1927, 8; Mein Film 388 (1933), 10; Kreisbote 6.12.1940, 6f; Das kleine Volksbl. 17.7.1941, 9, 28.10.1942, 5; Wr. Kronen-Ztg. 3.2.1943, 5; Wr. Kurier 6.10.1945, 2, 4.10.1947, 6; WStLA, MA 119, A 32, Vereinsakten 4431/1921 u. 3694/1946; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; https://konzerthaus.at/datenbanksuche).
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
5.7.2019
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Wiener Frauen-Symphonie-Orchester‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 5.7.2019, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003a1589
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Radio Wien 27.5.1932, 27© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003a1589
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