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Windhofer, Windhofer, Georg Familie
Georg (I): * 1887-09-033.9.1887 Lungötz/Sb, † 1964-05-2626.5.1964 St. Johann im Pongau/Sb. Maurer, Geiger. 1901–04 Maurerlehre, 1917 Poliersprüfung. Als Gründer, Mitglied und Obmann von Armbrustschützenvereinen und diversen Trachtenvereinen vom Pongau über das Enns- bis ins Paltental prägte er über viele Jahre das Kulturleben dieser Region. Das Geigenspiel erlernte er im Selbststudium und durch ältere Musikanten aus seiner Umgebung, später wirkte er als Geiger in verschiedenen Kapellen und Ensembles (u. a. St. Johanner Tanzlmusi). Tambour bei der Bürgermusikkapelle St. Johann, Lehrer von T. Reiser. Die Familie musizierte bei Tanzveranstaltungen, Vereinsfesten, Wettbewerben (1935 beim Volksliedersingen der RAVAG) und tanzte vor. Seine Frau Josefa (geb. Walchhofer, * 26.10.1882 Altenmarkt/Sb, † 30.3.1952 St. Johann im Pongau, Heirat 1910) trat dabei oft als Sängerin auf und verfügte über ein reiches Repertoire an Liedern und Jodlern aus ihrer Herkunftsfamilie. Das Musizieren in der Familie erfolgte vorrangig aus dem Gedächtnis. Ab 1930 schrieb W. viel aus dem Repertoire (Plattler, Ländler, Volkstänze, Jodler) nieder und ergänzte es mit Anmerkungen, sodass die Stücke bis heute in Notensammlungen von Musikgruppen weiterleben.
Ehrungen
Goldenes Ehrenzeichen des Landesverbandes der Blasmusikkapellen.
Literatur
W. Deutsch in Salzburger Heimatpflege 11/3 (1987); W. Deutsch/U. Hemetek, G. W. (1887–1964) 1990; W. Deutsch in R. Pietsch (Hg.), Die Volksmusik im Lande Salzburg II (1990).


Deren Sohn

Georg (II): * 29.6.1918 Lungötz, † 14.9.2004 St. Johann im Pongau. Schriftsetzer, Harfenist, Geiger. Seit seiner Kindheit trat er in verschiedenen Formationen auf, ab 1929 Tambour bei der Bürgermusikkapelle St. Johann. Mitglied in Trachten- und Armbrustschützenvereinen. Harfenist und Geiger (Begleitgeiger) der St. Johanner Tanzlmusi, darüber hinaus Dreigesang mit Mutter und Halbbruder Ferdinand (geb. Walchhofer, seit 1923 offiziell W., * 22.1.1907 Radstadt/Sb, † 26.1.1966 Salzburg), ab 1967 im Pongauer Viergesang mit Herta und Reinfried Dengg sowie seinem Sohn Georg (III; * 24.11.1947 St. Johann im Pongau). Zur Aufführung kam dabei vorwiegend Repertoire aus der Familie, das er niederschrieb (u. a. 1943 Vorderwiesjodler sowie Lieder aus dem Repertoire seiner Mutter). Im Laufe der Jahre änderte er viele Stücke von einer zweistimmigen zu einer dreistimmigen Aufführungspraxis ab. Auftritte in Radio und Fernsehen, seit 1946 Mitwirkung als Sänger und Liedvermittler beim Salzburger Adventsingen.


Werke
H. Dengg (Hg.), Bin a Lebfrischer Schütz. Jäger und Schützenlieder vom Pongauer Viergesang o. J.; H. Dengg (Hg.), 11 Vorderwiesjodler aus dem Singgut des Pongauer Viergesangs o. J.; T. Reiser (Hg.), Die ersten 25. Salzburger Volksmusik 1960; H. Dengg (Hg.), Pongauer Tanzl aus dem Volksmusikgut der Familie Schorsch W. 1975.
Literatur
W. Deutsch in Salzburger Volkskultur 28/2 (2004); Taufbuch der Pfarre Radstadt 1902–15, fol. 76.


Georgs (II) Sohn

Peter: * 1.12.1956 St. Johann im Pongau. Lehrer, Musiker, Sänger. Lehrerausbildung an der pädagogischen Akademie Salzburg, danach Volksschullehrer in Filzmoos/Sb und Bad Gastein/Sb. 1982–96 Direktor der Volksschule bzw. MSch. Au bei Großarl/Sb, 1996–2019 Direktor der Volksschule St. Johann im Pongau. Bereits in frühen Jahren musikalische Prägung und Ausbildung durch seine Familie, vielfach im Selbststudium Geige, Klavier, Harfe, Kontragitarre und Hackbrett. Gründung und Mitglied mehrerer Ensembles: seit Anfang der 1970er Jahre bei der Pongauer Geigenmusi, 1984–2003 im Großarler Viergesang, 1984–91 Harfenist bei der Großarler Tanzlmusi, seit 2001 Kontragitarrist bei den Aubichimusikanten, seit 2004 bei den Puchwieser Sängern, seit 2007 im St. Johanner Viergesang und mit seinem Sohn Matthias (* 28.9.1982 Schwarzach/Sb) im Duo. Mit diesen Gruppen und in wechselnden Formationen zahlreiche regionale und überregionale Auftritte, u. a. Aufspielen zum Tanz, bei Anlässen im Jahres- und Lebenskreis, bei verschiedenen Musikantentreffen, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen. Das größtenteils mündlich überlieferte Repertoire stammt aus dem familiären und regionalen Umfeld oder wird von P. W. im volksmusikalischen Stil komponiert. Lehrer bei Jodlerkursen und Musikseminaren u. a. für das Salzburger Volksliedwerk.


Ehrungen
Pongauer Hahn mit der Pongauer Geigenmusi 2012.
Schriften
Volksmusik kritisch betrachtet - Volksmusik quo vadis? in Salzburger Volkskultur 26/2 (2002).
Werke
Pongauer Geigenmusi. 12 Tanzl aus dem Musiziergut der Familie W. 1987; CDs: mit den Aubichimusikanten: Nach Mitternacht 2001, Spat nach Mitternacht 2003, A Bixei zum Schiassn 2009; Musikantenfreundschaft 2009; 40 Jahre Pongauer Geigenmusi mit St. Johanner Viergesang 2011; He lustig Buama, auf vom Schlaf. Advent im Salzburgerland 2017.
Literatur
pers. Mitt. P. W. (4/2021).

Autor(en)
Irene Egger
Empfohlene Zitierweise
Irene Egger, Art. „Windhofer, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 2.6.2021]

MEDIEN
von links nach rechts: Ferdinand, Georg (II), Josefa und Georg Windhofer, Herbergswirt Schönbacher, Harmonikaspieler Hans Pawlik und dessen Frau Cilli, dahinter D’Scheiblingstoana vom Selzthal 1921 (W. Deutsch/U. Hemetek, Georg Windhofer [1887–1964] 1990, 58)
Pongauer Viergesang (von links nach rechts: Georg Windhofer [II], Herta Dengg, Georg Windhofer [III], Reinfried Dengg)© 1978 Österreichisches Volksliedwerk
© 1978 Österreichisches Volksliedwerk
Peter Windhofer bei einem Jodlerseminar© Salzburger Volksliedwerk
© Salzburger Volksliedwerk
Aubichimusikanten (Peter Windhofer und Kaspar Fischbacher, Burg Hohenwerfen 2016)© 2016 Salzburger Volksliedwerk
© 2016 Salzburger Volksliedwerk

GND
Windhofer, Peter
Weiterführende Literatur (OBV)

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