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Wurst, Wurst, true Conchita
Travestie-Kunstfigur, erfunden von T. Neuwirth als Reaktion auf Diskriminierungen aufgrund sexueller Ausrichtung oder Aussehen. Die Wahl des Nachnamens, umgangssprachlich auch als Synonym für „egal“ verwendet, spiegelt die gewünschte tolerante Reaktion des Publikums wider. Die angeblich im kolumbianischen Hochland geborene und in Deutschland aufgewachsene, in Österreich lebende Diva, die mit schwarzem Vollbart und langer dunkelhaariger Perücke auftritt, polarisierte allerdings seit ihrem ersten öffentlichen Auftritt bei der Castingshow Die große Chance 2011, wo sie mit Unbreakable (M u. T: Roland Spremberg) den sechsten Platz belegte. 2012 unterlag sie mit ihrem Song That’s What I Am (M u. T: Florian Cojocaru, Martin Kromar, T. Neuwirth) bei der österreichischen Vorausscheidung für den Song Contest knapp den Trackshittaz. Zwei Jahre später wurde sie ohne vorherige Ausscheidung auf Betreiben ihres Managers René Berto, der mit Alf Pojer über einschlägige Erfahrung verfügte, als Song Contest-Teilnehmerin für Österreich nominiert und gewann mit der für sie komponierten programmatischen Power-Ballade Rise Like a Phoenix (M u. T: Charley Mason, Joey Patulka, Ali Zuckowski, Julian Maas) überraschend den in Kopenhagen ausgetragenen Bewerb. W. hatte aber bereits im Vorfeld aufgrund ihrer ungewöhnlichen optischen Erscheinung als Mann-Frau/Frau-Mann die größte mediale Aufmerksamkeit aller bisherigen Song Contest-Teilnehmer erzielt. Ihr Sieg, der auch negative Reaktionen hervorrief, kann daher als internationales Zeichen gegen Intoleranz und Diskriminierung interpretiert werden und errang weltweite Beachtung. Im Mai 2015 erschien ihr Debütalbum Conchita, das binnen kürzester Zeit Platinstatus erlangte. 2018 folgte das zweite Album, From Vienna With Love, das sie mit den Wiener Symphonikern aufnahm und im Oktober im Wiener Konzerthaus präsentierte. 2019 folgte ein radikaler Wechsel der Kunstfigur, der sich schon durch öffentliche Auftritte ohne Perücke angekündigte hatte. Neuwirth repräsentiert nunmehr die maskuline Seite als WURST und veränderte dafür nicht nur Aussehen und Outfit, sondern auch Musikrichtung radikal. Das dritte Album T. O. M. – Thruth Over Magnitude, das in enger Zusammenarbeit mit Eva Klampfer und Albin Janoska entstand, wendet sich tanzbarem Elektropop zu und verzichtet zur Gänze auf den für Conchita typischen Glam-Pop mit seinen großen Balladen (bezeichnende erste Single Trash All the Glam).
Ehrungen
Ehrenbürgerschaft Bad Mitterndorf/St 2014; Goldener Rathausmann 2014; 3 Amadeus Austrian Music Awards 2015 (Kategorien „Künstlerin des Jahres“, „Song des Jahres“, „Video des Jahres“); Romy 2015 für den TV-Moment des Jahres; Platin für Conchita, Gold für From Vienna With Love.
Werke
CD Conchita 2015; From Vienna With Love 2018; T. O. M. – Truth Over Magnitude 2019.
Schriften
Ich, Conchita 2015.
Literatur
Ch. Wurmdobler in Falter 19 (2014) u. 20 (2014); http://de.wikipedia.org (9/2021); http://conchitawurst.com (9/2021); www.news.at (9/2014); http://wien.orf.at (9/2014); http://songcontest.orf.at (5/2015); https://oe1.orf.at/artikel/657880/Conchita (11/2019); eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Wurst, Conchita‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 13.9.2021]