Logo ACDH-CH
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Zeidler, Zeidler, Josefine Schwestern
Josefine (eig. Josepha Barbara, verh. Zeidler-Delin bzw. Wiesner): * 1838-03-1111.3.1838 Wieden (Wien IV), † --?.9.1883 (Ort?). Volkssängerin, Schauspielerin. Die ledige Tochter einer mährischen Grünwarenhändlerin und eines böhmischen Siegellackfabriksarbeiters (die Eltern legitimierten die Beziehung am 7.7.1850) begann ihre Karriere Anfang 1860 als Volkssängerin in Budapest. 1861 war sie Gast in der Volkssängergesellschaft von K. Kampf und trat mehrmals in verschiedenen Wiener Lokalen der Vorstadt auf. Anfang 1862 spielte sie als Lokalsängerin am Theater am Franz-Josef-Kai von K. Treumann, danach bis Oktober in Fürst’s Singspielhalle im Wiener Prater. Bis März 1863 Engagement als Lokalsängerin am Theater Laibach, in der Saison 1863/64 in Salzburg. Im März 1865 gab sie ein Gastspiel in Linz, spielte im Sommer am Ofner Sommertheater und war danach als Lokalsängerin am Pester Theater tätig. 1866 holte sie J. Fürst ans Theater in der Josefstadt, wo sie am 15.2.1866 mit Erfolg in der UA des Genrebildes Scholz und Nestroy von Karl Haffner debütierte. Nach einem Gastspiel im Mai 1866 in Olmütz ging sie ans Carl-Theater (Debüt am 2.6.) unter K. Treumann. Ab November spielte sie wieder am Theater in der Josefstadt. Im September 1869 hatte Z. möglicherweise ihren ersten gemeinsamen Auftritt mit ihrer Schwester Amalie. 1870 am Klagenfurter Stadttheater, in Temesvar (Timişoara/RO) und in der Saison 1870/71 in Esseg (Osijek/HR). Ende 1871 wieder am Theater in der Josefstadt. In der Saison 1872/73 folgte ein erneutes Engagement ans Theater in Salzburg, wo sie sich als Lokalsängerin in Possen profilieren konnte und sich den Ruf einer „zweiten Gallmeyer“ erwarb. Seit 4.8.1874 mit dem damaligen Kapellmeister am Salzburger Theater, Heinrich Delin (eig. Heinrich Eduard Wiesner, * ca. 1835 [Prag?], † ?), verheiratet. Zum Zeitpunkt der Eheschließung in Bad Ischl waren beide am dortigen Sommertheater engagiert. Nach ihrem Abgang vom Salzburger Theater im Mai 1876 dürfte sie sich ins Privatleben zurückgezogen haben.
Literatur
E. Gettke (Hg.), Almanach der Genossenschaft Dt. Bühnen-Angehöriger 12 (1884), 107; Fremden-Bl. 6.4.1861, [10], 4.10.1865, [6], 2.6.1866, [8], 23.9.1869, 13; Salzburger Volksbl. 1.4.1873, 2; Wr. Theater-Chronik 7.10.1870, 156, 19.5.1876, 83; Pesth-Ofner Localbl. u. Landbote 14.2.1860, [5], 18.3.1860, [8]; Taufbuch der Pfarre Wieden (Wien IV) 1838–40, fol. 24; Trauungsbuch der Pfarre Bad Ischl, Duplikate 1874, [pag. 7]; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Dt. Bühnen-Jb.er).

Amalie (Amalia, Mali, verh. Drexler): * 18.7.1840 Wieden, † 8.3.1908 Wien. Volkssängerin. Z. ist als Volkssängerin erstmals im Februar 1864 als Mitglied der Gesellschaft von J. Kwapil nachweisbar. Spätestens im August des Jahres trat sie in Wien als Volkssängerin auf, zunächst gemeinsam mit Franz Schieferl und Urban Hanger, ab November 1864 sang sie in der Volkssängergesellschaft „Schieferl und Drexler“, bald als fixes Mitglied. Nach deren Trennung trat sie ab Mai 1866 mit Schieferl, Heinrich Skriwanek, und dem Pianisten J. Sioly auf, mit denen sie auch ein Gastspiel in Graz gab. Im Jänner 1867 erfolgte die Wiedervereinigung mit Schieferl und Drexler. Als Schieferl im Juni 1869 die Gesellschaft endgültig verließ, blieb sie in der Gesellschaft von K. Drexler, mit dem sie ab 1874 verheiratet war. Z. war eine der ersten, die sich in der bis dahin von Männern dominierten Volkssängerszene einen Namen machen konnte und gilt als Wegbereiterin für eine Reihe von populären Volkssängerinnen, darunter A. Mansfeld und F. Hornischer. W. Wiesberg beschreibt sie als „interessante Erscheinung mit magyarischem Typus, blitzenden Augen und einer glockenreinen Stimme, welche sich noch extra wunderbar für ‚Dudler‘ eignete“.


Literatur
Czeike 5 (1997); J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter u. neuer Zeit 1931; Hauenstein 1976, 90; W. Wiesberg in Neues Wr. Journal 1.11.1894; Der Ungar 26.2.1864, 184; Fremden-Bl. 20.8.1864, [10], 16.2.1866, [4], 6.6.1869, [12], 13.6.1869, [19]; Neues Fremden-Bl. 1.5.1866, [14], 16.6.1869, [20]; [Grazer] Tagespost 8.9.1866, [16]; Salzburger Ztg. 21.9.1872, [2], 16.10.1876, [5]; Taufbuch der Pfarre Wieden 1838–40, fol. 378; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
5.12.2019
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Zeidler, Schwestern‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 5.12.2019, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e78c
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Amalie Zeidler gemeinsam mit ihrem Mann Karl Drexler (H. Pemmer/N. Lackner, Der Wr. Prater einst und jetzt 1935, Tafel 19)

DOI
10.1553/0x0001e78c
GND
Zeidler, Amalie: 1047513056
OBV
Weiterführende Literatur

ORTE
Orte
LINKS
ACDH-CH, Abteilung Musikwissenschaft

Publikationen zur Musikwissenschaft im Verlag