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Ziani, Ziani, Pietro Andrea: Familie
Pietro Andrea: * --vor 21.12.1616 Venedig/I, † 1684 -02-1212.2.1684 Neapel/I. Organist, Kapellmeister, Komponist. Über seine Kindheit und Jugendzeit ist nichts bekannt, 1639/40 erhielt er geistliche Weihen und gehörte anschließend für kurze Zeit den Augustiner-Chorherren an. Im venezianischen Kloster San Salvatore war er ca. 1640/41 Organist, in den 1650er Jahren wirkte er bereits an San Marco, jedoch ist unklar in welcher Funktion. 1654 trat er erstmals als Opernkapellmeister hervor, 1657–59 war Z. Kapellmeister an Santa Maria Maggiore in Bergamo/I. Ab 1660 trat er in engere Beziehungen mit den Habsburgern und deren Höfen in Innsbruck und Wien. 1660 widmete er sein op. 6 Erzhzg. Ferdinand Karl von Tirol, 1662–69 war er Kapellmeister von Eleonora II.; 1666/67 hielt er sich in Dresden/D auf. 1669 wurde Z. 1. Organist an San Marco in Venedig, 1676 bewarb er sich erfolglos um F. Cavallis Nachfolge als Kapellmeister. Krankheitsbedingt aus venezianischen Diensten entlassen (1677), wandte sich Z. nach Neapel, wo er am Conservatorio San Onofrio unterrichtete, den Titel eines Hoforganisten erhielt und 1680–84 Kapellmeister war.
Werke
29 Opern (La guerriera spartana 1654, La congiura del vizio contro la virtù 1663, Heraclio 1671), 8 Oratorien (Santa Caterina 1662, L’Assalone punito 1667), 3 Messen, weitere Kirchenmusik (Sacrae laudes complectentes tertiam, missam psalmosque dominicales op. 6, 1660), weltliche Vokalmusik (Canzonetten, Arien, Madrigale, Kantaten), Instrumentalsonaten.


Sein Neffe Marc’ Antonio: * ca. 1653 Venedig, † 22.1.1715 Wien. Organist, Hofkapellmeister, Komponist. Dürfte Schüler seines Onkels gewesen sein, 1674 begann er seine Tätigkeit als Komponist mit der Adaptierung älterer Opern für das venezianische Opernhaus. 1677 vertrat er seinen Onkel als 1. Organist an San Marco, seine Bewerbung für diesen Posten blieb jedoch erfolglos. Danach dürfte er sich in Neapel (um 1684) und Bologna/I aufgehalten haben, 1686–91? war Z. Kirchenkapellmeister von Ferdinando Carlo Gonzaga in Mantua, es folgten musikalische Tätigkeiten in seiner Heimatstadt, wo er zum führenden Opernkomponisten aufstieg und ca. 1694 (als Organist?) Mitglied der Musikergilde Arte de Sonadori wurde. 1700 von Leopold I. als Vizehofkapellmeister nach Wien berufen, stieg Z. hier 1712 unter Karl VI. zum Hofkapellmeister (Nachfolger von A. Pancotti) auf; Vizehofkapellmeister wurde sein späterer Nachfolger J. J. Fux. Z.s Werke waren hoch geschätzt und wurden noch in den 1740er Jahren am Wiener Hof aufgeführt.


Werke
46 Opern (Alessandro Magno in Sidone 1679, Temistocle 1701, L’Esopo 1703), 5 Oratorien (La Giuditta 1686, Santa Eufrosina 1713), 11 Sepolcri, 18 Messen, 3 Requien, kleinere Kirchenmusik, weltliche Kantaten u. Arien.


Dessen Bruder? Pietro: * ca. 1663 Venedig?, † nach 1706 (Ort?). Violinist. Wird 1706 als einer der besten Violinisten an San Marco genannt und war auch am Hof zu Mantua beschäftigt.


Literatur
NGroveD 27 (2001); MGG (1968); Riemann 1961 u. 1975; Senn 1954; Stieger II/3 (1978); MGÖ 1 u. 2 (1995).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Ziani, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]