Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Bandltanz
(= Bändertanz), ein Gruppentanz um einen geschmückten Baum, von dem abwechselnd farbige Bänder herabhängen. Die Tanzenden fassen diese und legen sie im Zuge der von ihnen getanzten Linien zu Flechtmustern um den Baumstamm, die sie dann wieder ebenso zur Auflösung bringen. Meist wird nicht ein wirklicher Baum verwendet, sondern eine Stange, die von der Gruppe mitgetragen und am Tanzort von einem Burschen gehalten wird. Wegen seiner feierlichen Schauwirkung ist der Tanz in der österreichischen Volkstanzbewegung sehr verbreitet; früher dürfte er in Teilen der Steiermark und im Lungau/Sb heimisch gewesen sein. In Tamsweg im Lungau gehört er zum Tanzbrauchtum der Vereinigten, einer seit 1738 bestehenden Bruderschaft der Bürger. Ähnliche Tänze kennt man aus dem Odenwald/D, vom Taunus/D, aus Frankreich, England, Spanien, Südamerika und Ostindien. Man nimmt an, dass das Umtanzen eines Baumes als Symbol des Lebens auf vorchristliche Rituale zurückgeht; aus welcher Zeit der B. stammt, ist jedoch nicht nachgewiesen. Einige Figuren sind Kontratanzformen („Achtertänze“, Countrydance), wie sie am Land seit dem 18. Jh. aus modischen Gesellschaftstänzen übernommen wurden.
Literatur
R. Wolfram, Die Volkstänze in Österreich 1951; I. Peter, Salzburger Tänze 1975; Schneider 1985.

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Bandltanz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]