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Blum, Blum, true Mathias
* --ca. 1739, NL ?--21.2.1787 Wien. Orgelbauer. B. ist erstmals anlässlich seiner Trauung am 21.6.1772 in Wien nachweisbar. Lt. Eintragung im Trauungsbuch stammt er aus den Niederlanden und war in St. Ulrich im Haus „beym goldenen Pelikan“ wohnhaft. Dies war bis 1778 die Adresse des Orgelmachers Franz Ignaz Richter, bei dem er vermutlich als Geselle gearbeitet hat. Am 26.9.1778 leistete B. den Bürgereid und erhielt anschließend ein Gewerbe verliehen. In den Steuerlisten ist er mit jährlich 6 fl ausgewiesen, womit er im Spitzenfeld der Wiener Orgelmacher lag. B. starb am 21.2.1787 an „Abzehrung“. Er hinterließ neben seiner Witwe Franziska eine Tochter im Alter von 14 Wochen. Zum Vormund des Kindes wurde der Orgelmacher G. Malleck bestellt. Als Universalerbin des beträchtlichen Vermögens wurde die Witwe eingesetzt. Franziska B. führte des Gewerbe bis 1817 weiter.

Als Schüler bzw. Mitarbeiter B.s kommen in Betracht: Johann Gottlieb Grünenthal (der als Zeuge die Verlassenschaftsabhandlung unterzeichnet hat) und Franz Baumbach (der 1796 im Haus der Franziska B. wohnhaft war). Orgeln aus B.s Werkstatt sind heute nicht mehr vorhanden. Im Schlossmuseum Greillenstein befindet sich ein einmanualiges Cembalo aus dem Jahr 1778.


Literatur
D. H. Boalch, Makers of the Harpsichord and Clavichord 1440–1840, 31995; H. Haupt in StMw 24 (1960); Hopfner 1999; R. Maunder, Keyboard Instruments in Eighteenth-Century Vienna 1998; Ottner 1977; K. Schütz, Der Wiener Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s, Diss. Wien 1969, 1. – Archivalien: Pfarre St. Ulrich, Trauungsbuch 1770–1775, fol. 194v; WStLA, Unbehaustes Buch ab 1779; WStLA, Verlassenschaftsabhandlung Fasc. 2/590/1787.

Autor(en)
Rudolf Hopfner
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Hopfner, Art. „Blum, Mathias‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/02/2002]