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Spitzner, Spitzner, Renate: Familie
Renate: * 1943-05-2828.5.1943 Prag. Violinistin, Komponistin, Pädagogin, Therapeutin. Klavierausbildung bei Marta Procházková, einer Nachfahrin von J. L. Procházka. Staatsprüfungen an der Wiener MAkad. (Konzertfach Violine, Trompete, Musikpädagogik und Musiktherapie). Tätigkeit auf der Heilpädagogischen Station im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl/NÖ. Begründerin der „Musisch-sozialen Methode“ für kranke bzw. seelisch leidende Menschen, insbesondere Musiker. Diese unterscheidet sich von herkömmlicher Musiktherapie durch den Anspruch auf hohes musikalisches Niveau und schöpferisches Musizieren. 1951–2001 wendete sie diese Methode – zunächst gemeinsam mit ihrem Vater, dem Violinisten Rudolf Sp. (* 24.2.1915 Trebing/Bosnien-Herzegowina [Trebinje/BiH], † 21.12.1975 Wien) – im musisch-sozialen Zentrum im Wiener „Schottenhof“ an. R. Sp. ist Gründerin und Präsidentin von Venite. Verein zur Förderung musisch-sozialer Projekte.

An der Ausarbeitung der Methode hatte seinerzeit auch ihre Großmutter väterlicherseits Liona Sp. († 10.10.1916 [Ort?]; Leiterin von 3 MSch.n, 2 in Wien und 1 in Ragusa [Dubrovnik/HR]) mitgearbeitet, welche den seit ca. 1700 bestehenden „Prager Musikkreis“ in der Stefansgasse 40a, Prag fortsetzte, der dort von den Schwestern ihres Mannes, den Musikprof.innen Irene (?–?), Valerie (* 23.10.1875 Prag, † ?) und Adele Sp. (?–?) geleitet wurde (eine Gedenktafel erinnert daran). Diese gaben dort auch Lionas Sohn Rudolf, den sie adoptierten, eine erstklassige Violinausbildung. In diesem Musikkreis, der auch für und mit behinderten Menschen Konzerte organisierte, musizierten jahrelang J. und R. Kubelik sowie dessen erste Frau Lala Bertlová und Karel Ančerl.


Ehrungen
1. Preis f. Kultur der Republik Österreich zum UNO-Jahr der Freiwilligen 2001; Ehrenzeichen des Landes Wien 2006.
Werke
Schr: Gesichter der Menschlichkeit 2001.
Literatur
ÖBL 10 (1994); Wurzbach 29 (1875); Stieger II/1 (1977) [Drechsler], II/2 (1977) [Görgl, Hebenstreit, Leppen, A. Müller], III/3 (1978) [Volkert].


Ihr Sohn Gerald: * 11.4.1972 Wien. Komponist, Organist. Studierte Kirchenmusik, Komposition (bei K. Schwertsik, H. Kratochwil) und Dirigieren (bei Uroš Lajovic) an der Wiener MHsch. Lehrtätigkeit im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl; Ausbildung als Kunsttherapeut; musikalischer Beirat im Verein Venite und jahrelange künstlerische Arbeit mit kranken Musikern.


Ehrungen
Publikumspreis des Harmonia Classica-Kompositionswettbewerbes 2004.
Werke
17 Messen (Hermann Gmeiner Messe 1993, Papstmesse 2004), Heinrich Maier Oratorium 1995, Cantico delle creature (Sonnengesang des Hl. Franziskus), Opern (Aelia, die Römerin; Hemma von Gurk; Athanasius, der Vertriebene), Kammermusik (zahlreiche Trios), Solowerke f. Kl., Ob. u. Hf., Kompositionen f. musisch-soziale Projekte, Kinder u. Jugendprojekte.
Literatur
www.venite.at (9/2006); http://de.geocities.com/rudolfspitzner15/ (9/2006); pers. Mitt. R. u. G. Sp.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Spitzner, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 30/09/2006]