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Bononcini, Bononcini, Giovanni: Brüder
Giovanni: * --1670 Modena, --1747 Wien. Komponist. Im Jänner 1699 wurde die erste seiner zahlreichen – außer Serenate und einem Oratorium – für Wien geschriebenen Opern am Kaiserhof aufgeführt, im Mai dieses Jahres trat er bei einer Akademie als Solocellist auf und von Juli 1699 bis 1711 war er als Hofkomponist angestellt; er wurde v. a. von Joseph I. favorisiert, der seine Besoldung durch einen beträchtlichen Zuschuss aufbesserte. Karl VI. stellte ihn nicht mehr an. 1714–19 war er in Rom in Diensten des kaiserlichen Botschafters Johann Wenzel Graf Gallas. Nach London, Paris und Lissabon lebte er 1736–47 wieder in Wien, wo er seit 1741 eine Pension bezog.
Werke
7 (8) Oratorien; Kirchenmusik (Messen, Psalmen etc.); 33 Bühnenwerke (13 für Wien); ca. 230 Kantaten; Instrumentalmusik (vollständiges WV in MGG).


Antonio Maria: * 1677 Modena, † 1726 Modena. Komponist. Schrieb für Joseph I. seit 1705 13 Kantaten mit größerer Begleitung, sechs Serenate, vier Oratorien und eine dreiaktige Oper und wurde dafür 1711 zum kaiserlichen Komponisten ernannt mit rückwirkender Bezahlung der Tätigkeit ab Anfang 1707. Diese Besoldung war gleich hoch wie die des Vizekapellmeisters M. A. Ziani. Wie seinen älteren Bruder Giovanni stellte Karl VI. auch ihn nicht mehr an, worauf A. M. B. sich in Modena niederließ, wo er in seinen letzten Lebensjahren Hofkapellmeister war.


Werke
Kirchenmusik; 4 Oratorien; ca. 15 Bühnenwerke (darunter mehrere Pasticci); Kantaten; Sonaten.
Literatur
NGroveD 3 (2001); NGroveDO 1 (1992); MGG 3 (2000); A. Sommer-Mathis in J. Gmeiner et al. (Hg.), [Fs.] G. Brosche 1999.

Autor(en)
Herbert Seifert
Empfohlene Zitierweise
Herbert Seifert, Art. „Bononcini, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]