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Fauxbourdon
Aufführungsanweisung, einen zweistimmig notierten Satz durch eine mittlere dritte Stimme in parallelen Unterquarten zur Oberstimme improvisatorisch zu erweitern; kam um 1430 am Kontinent offenbar nach englischen Anregungen (Faburden) auf, wurde hier v. a. für kleine geistliche Gebrauchsstücke oder zur Gliederung großer Zusammenhänge genutzt und veränderte den kontrapunktischen Satz nachhaltig in Richtung euphonischen Klang. Ob entsprechende Ausführung auch dann angebracht ist, wenn dies möglich wäre, in der gesamten Überlieferung aber ein entsprechender Hinweis „(au) f.“ fehlt, ist umstritten. Unter den ersten, die ihn in Österreich aufgriffen, war H. J. Edlerawer (s. Nb.; bei ihm kann der c. f., wie im Faburden, auch in der Unterstimme liegen); s. a. Trienter Codices.
Literatur
MGG 3 (1995); H. Besseler, Bourdon und F. 1950; Flotzinger 1988.

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Fauxbourdon‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]