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Kleinschroth, Kleinschroth, true Balthasar OCist
* --ca. 1651 (Ort?), --nach 1695 (Ort?). Priester und Komponist. Über Empfehlung seines Onkels, P. Caspar Assam OCist (1661–63 Präfekt in Heiligenkreuz und 1673–76 postulierter Abt von Säusenstein/NÖ) kam K. 1663 als Sängerknabe nach Heiligenkreuz und scheint ab 1665 als Externist bei den Jesuiten in Wien studiert zu haben. 1673 musste K. seine Studien unterbrechen, um vorübergehend das Sängerknabenkonvikt in Heiligenkreuz zu leiten, kehrte jedoch Anfang 1674 zum Studium zurück, um im April 1678 als Neupriester das Amt des Magister alumnorum in Heiligenkreuz zu übernehmen. 1683 konnte er gleichsam in letzter Sekunde mit den ihm anvertrauten 12 Sängerknaben fliehen. Da in dem völlig zerstörten Heiligenkreuz daraufhin an künstlerische Arbeit nicht zu denken war, nahm K. das Angebot des Adeligen Damenstiftes in Hall in Tirol an und diente 1684–87 als Kapellmeister; 1685 und 1695 trat er auch als Komponist von Musik zu Theaterstücken der Haller Jesuiten hervor. 1687 wurde K. in Hall durch Johann Erchner abgelöst und kehrte nach Heiligenkreuz zurück. 1689 verkaufte K. sein Mobiliar an das Stift und soll zu den Jesuiten gezogen sein. K.s Nachfolger als Präfekt in Heiligenkreuz wurde sein Schüler C. Liedmayr (Liedtmayr).
Schriften
Tagebuch (1683–86, 1686 in Altötting deponiert), NA 1956, 21983 [siehe Lit.].
Werke
Vindicta vindicata 1682 (Drama); Jonathan Machabäus 1685; Musik zu Jesuitendramen; Requiem und 2 Trauergesänge.
Literatur
A. Niemetz, 800 Jahre Musikpflege in Heiligenkreuz 1977; H. Watzl (Hg.), Flucht und Zuflucht. Das Tagebuch des Priesters Balthasar Kleinschroth aus dem Türkenjahr 1683, 1953, 21983; MGÖ 1 (1995).

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Kleinschroth, Balthasar OCist‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]