Merklein (Mercklein), Familie
Johann Baptist: * 1761 Rehberg, Franken/D, † 24.5.1847 Wien. Blasinstrumentenmacher. Legte am 27.12.1799, wohnhaft auf der Laimgrube Nr. 172, den Bürgereid ab. Spätestens 1812 war er Vorsteher des Gremiums der Blasinstrumentenmacher, welches damals 8 Mitmeister umfasste. 1822–27 beeideter Schätzmeister. M. sagte 1830 sein Gewerbe anheim. Er war insgesamt vier Mal verheiratet, seine vierte Ehefrau, Eva (geb. Kastner), überlebte ihn. Bei M.s Tod waren 13 Kinder noch am Leben; es existierte kein Testament und das geringe Vermögen wurde zur Deckung der Begräbniskosten herangezogen. M.s Name ist mit mehreren Verbesserungen von Blasinstrumenten in Verbindung zu bringen. 1809 meldete der Wiener Korrespondent der Allgemeinen musikalischen Zeitung, M. habe Neuerungen umgesetzt, die der führende Virtuose der Zeit, Iwan Müller (1786–1854), erfunden habe. Dazu zählten Lederunterlagen, die die Klappengeräusche vermindern sollten. Lt. Keeß hat M. 1813 einen kleinen Klarinettentyp namens Orphinette erfunden, über den allerdings nichts Weiteres bekannt ist. Weiters baute er ein Bassetthorn in Dis.
Sein Stiefsohn aus erster Ehe mit Helene (* ca. 1749 Kronach, Bayern/D, † 24.7.1800; verwitwete Uhlmann) war J. T. Uhlmann, der beim Tod der Mutter als Instrumentenmachergeselle bei seinem Stiefvater wohnte und vermutlich auch bei ihm beschäftigt war. Helene M. wohnte zum Zeitpunkt ihres Todes bei einem Traiteur in der Leopoldstadt, da sie von M. gerichtlich geschieden war. Seine Söhne
Johann Joseph: * ca. 1791 Wien, † nach 1854 Wien?. Blasinstrumentenmacher und Musiker. War der älteste Sohn von J. B. M. und führte mit seinen Brüdern V. und E. eine Werkstätte, die in den Adressenverzeichnissen als M.s Witwe & Söhne bzw. J. M.s Söhne erscheint. 1815 leistete J. J. M. den Militärdienst, 1817 und 1818 suchte er um die Verleihung eines Gewerbes an. Nach Ablegung der Meisterprobe wurde ihm dieses 1819 verliehen. Den Bürgereid legte er am 22.1.1819 ab. In den Adressenverzeichnissen ist er bis 1854 zu finden.
Vinzenz: * 1804 Wien, † 9.7.1850 Wien. Blasinstrumentenmacher. Stammte aus J. B. M.s zweiter Ehe. Von ihm sind nur die Lebensdaten bekannt und dass er am Strozzengrund Nr. 22 an „Auflösung der Säfte“ ledig verstarb.
Franz: * 1809 Wien, † ?. Musiker. Ist in Klagenfurt nachweisbar.
Emanuel: * 1829 Wien, † ?. Blasinstrumentenmacher. Stammte aus J. B. M.s dritter Ehe mit Theresia (geb. Pretzmann; * 1786 [Ort?], † 14.6.1830 Wien).
Lit: H. Haupt in StMw 24 (1960); Hopfner 1999; R. Maunder in The Galpin Society Journal 51 (1998); W. Jansen, The Bassoon. Its History, Construction, Makers, Players and Music 1 (1978), 438; St. E. v. Keeß (Hg.), Beschreibung der Fabricate, welche in den Fabriken, Manufacturen und Gewerben des österr. Kaiserstaates erzeugt werden 1820–23, 163 u. 165; M. Nagy in Alta Musica 7 (1984); F. G. Rendall, The Clarinet. Some Notes upon its History and Construction 1954, 92; W. Waterhouse, The New Langwill Index. A Dictionary of Musical Wind-Instrument Makers and Inventors 1993; WStLA (TBP 1800 u. 1850; Verlassenschaftsabhandlung, Fasz. 2/3211/1800 u. Fasz. 2/5068/1847).


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[ Zuletzt aktualisiert: 2011/06/29 11:18:23 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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