
Keller,
Greta (Grete, eig. Margaretha Anna)
* 8.2.1903 Wien,
† 4.11.1977 Wien.
Diseuse.
Tochter von Karl Anton K. (* 8.4.1875 Hirtenberg/NÖ, † um 1926 Ort?), technischer Leiter der von seinem Großvater Seraphin K. (1823-1882) 1860 gegründeten Metallwarenfabrik in Hirtenberg, und Magdalena Zausner (* 27.3.1886 Fünfhaus [Wien XV], begr. 19.5.1969 Wien), Tochter eines Hotelportiers. Die Cousine ihres Vaters war die Schauspielerin Hedwig Keller (gesch. Roux, verw. Blaschczik, * 30.8.1886 Hirtenberg, † 26.8.1943 Wien), langjähriges Mitglied des Deutschen Volkstheaters in Wien. Ab 1909 erhielt K. Ballettunterricht. Unter dem Namen "Grete Keller" trat sie erstmals 1915 in Kindertheatervorstellungen zu Wohltätigkeitszwecken an die Öffentlichkeit. Eine Modistenlehre brach sie ab und begann als Elevin am Deutschen Volkstheater, möglicherweise auf Vermittlung ihrer Großtante Hedwig. Daneben erhielt sie privaten Sprach- und dramatischen Unterricht. 1920 trat sie in der Femina-Revue Alles schiebt! (M: F. Lehner, T: W. Sterk) auf. 1924 wechselte K. zum Modernen Theater, wo sie im März erstmals eine Hauptrolle (im Stück Yoshiwara) übernahm. Ab Ende des Jahres in den Wiener Kammerspielen und der Neuen Wiener Bühne tätig. 1926 spielte sie auch am Theater in der Josefstadt unter M. Reinhardt. Im November 1928 debütierte sie als "Gretl Keller" im Kabarett Pavillon (Wien I, Walfischgasse 2), wo sie nach dem Vorbild des damals populären „Flüsterbaritons“ Jack Smith „in originelle Manieren Whispering Songs, eine neue Singart“ (Die Stunde 3.11.1928) vortrug. 1929 erhielt sie einen Plattenvertrag von der Ultraphon und nahm in der Folge eine Vielzahl von deutschen und amerikanischen Schlagern auf. Am 13.11.1929 heiratete sie in London den deutsch-amerikanischen Sänger Joe Sargent (eig. Joseph, * 17.10.1900 Boston, Massachusetts/USA, † 17.6.1966 Washington D. C., Scheidung vor 1941). Im selben Jahr sang sie erstmals für die BBC, ihr erster Rundfunkauftritt in Österreich folgte am 1.1.1930 auf Radio Wien mit der Jazzkapelle von H. R. Korngold. 1930 nahm sie in Berlin auch einige Titel mit ihrem Mann auf. Auftritte führten sie nach London, Paris und Neben Auftritten in London und Paris und 1932 erstmals auch nach New York/USA, wo sie sich 1934 niederließ. Sie kam danach regelmäßig nach Europa, unternahm 1934/35 eine Tournee durch Schweden und Dänemark und trat 1936 wieder in Wien auf, wo sie vom Ronacher als „Königin der Schallplatte“ beworben wurde. 1936/37 unternahm sie mit P. Kreuder eine Tournee durch Deutschland. 1938 ging sie wieder nach New York zurück (Exil), wo sie 1939 um die amerikanische Staatsbürgerschaft ansuchte. In den USA wurde sie durch Auftritte am Broadway, in Kabaretts, Filmen und im Rundfunk zur gefeierten Entertainerin. 1940/41 eröffnete sie in New York ihren eigenen Club. 1941 heiratete sie den Schauspieler und Millionärssohn David Bacon, der zwei Jahre später ermordet wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs Rückkehr nach Wien, Auftritte im Ronacher sowie erneut Tourneen durch ganz Europa mit Liedern in deutscher, französischer und englischer Sprache. 1975 Gastspiel im Theater an der Wien im Musical Pippin.
Gedenkstätten
Gedenktafel Singerstraße 12 (Wien I, s. Abb.); Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; Greta-Keller-Gasse (Wien XXIII).
Gedenktafel Singerstraße 12 (Wien I, s. Abb.); Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; Greta-Keller-Gasse (Wien XXIII).
Werke
über 800 Titel für zahlreiche Plattenfirmen, darunter Decca, Telefunken, Polydor, Brunswick.
über 800 Titel für zahlreiche Plattenfirmen, darunter Decca, Telefunken, Polydor, Brunswick.
Literatur
F. Trapp et al. (Hg.), Biographisches Lex. der Theaterkünstler Teil 1, A-K (1999); H. Veigl/I. Fink, Verbannt, verbrannt vergessen und verkannt 2012; B. Leimbach, Tondokumente der Kleinkunst und ihre Interpreten 1991; Czeike 3 (1994); Wölfer 2000; ÖL 1995; S. P. Rupprecht, Chanson-Lexikon 1999; R. Aumaier in Wr. Zeitung 11.12.1998; G. Böhm in Die Presse 7.11.1977; Kurier 8.2.2003; Personenlex. Öst. 2001; Die Weltpresse 27.5.1947, 5; Neues 8-Uhr-Bl. 31.3.1924, 7, 17.12.1924, 6; Der Tag 15.11.1927, 9; NFP 1.9.1915, 14; Der Montag 26.4.1920, [1]; Neues Wr. Tagbl. 30.10.1936, 3, 1.9.1943, 3; Die Stunde 1.11.1928, 12, 3.11.1928, 2; Wr. Salonbl. 25.11.1928, 5, 8.12.1929, 6; Wr. Bilder 8.11.1936, [10]; Chr. Dompke in www.lexm.uni-hamburg.de (8/2022); Gespräch von J. Berg mit G. K. v. 22.6.1960 in New York (https://www.mediathek.at/; 8/2022); www.friedhoefewien.at (8/2022); www.familysearch.org (8/2022); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at); Taufbuch der Pfarre St. Augustin (Wien I) Trauungsbuch der Pfarre St. Augustin 1899–1905, fol. 110. – Teilnachlässe: WStLB, Dt. Kabarettarchiv Mainz.
F. Trapp et al. (Hg.), Biographisches Lex. der Theaterkünstler Teil 1, A-K (1999); H. Veigl/I. Fink, Verbannt, verbrannt vergessen und verkannt 2012; B. Leimbach, Tondokumente der Kleinkunst und ihre Interpreten 1991; Czeike 3 (1994); Wölfer 2000; ÖL 1995; S. P. Rupprecht, Chanson-Lexikon 1999; R. Aumaier in Wr. Zeitung 11.12.1998; G. Böhm in Die Presse 7.11.1977; Kurier 8.2.2003; Personenlex. Öst. 2001; Die Weltpresse 27.5.1947, 5; Neues 8-Uhr-Bl. 31.3.1924, 7, 17.12.1924, 6; Der Tag 15.11.1927, 9; NFP 1.9.1915, 14; Der Montag 26.4.1920, [1]; Neues Wr. Tagbl. 30.10.1936, 3, 1.9.1943, 3; Die Stunde 1.11.1928, 12, 3.11.1928, 2; Wr. Salonbl. 25.11.1928, 5, 8.12.1929, 6; Wr. Bilder 8.11.1936, [10]; Chr. Dompke in www.lexm.uni-hamburg.de (8/2022); Gespräch von J. Berg mit G. K. v. 22.6.1960 in New York (https://www.mediathek.at/; 8/2022); www.friedhoefewien.at (8/2022); www.familysearch.org (8/2022); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at); Taufbuch der Pfarre St. Augustin (Wien I) Trauungsbuch der Pfarre St. Augustin 1899–1905, fol. 110. – Teilnachlässe: WStLB, Dt. Kabarettarchiv Mainz.
Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
25.4.2003
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger,
Art. „Keller, Greta (Grete, eig. Margaretha Anna)“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
25.4.2003, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d406
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