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Mittag, Mittag, August: Familie
Heinrich August: * 1795-12-2525.12.1795 Kreischa bei Dresden/D, † 1867-11-2121.11.1867 Wien. Fagottist, Pianist, Pädagoge. Nach musikalischer Ausbildung (Fagott und Klavier) in Dresden/D königlich sächsischer Armeekapellmeister. Erster öffentlicher Auftritt in Wien als Solist am 19.11.1818. Danach auch als Kammermusiker, u. a. gemeinsam mit E. Krähmer, den er vermutlich schon aus Dresden kannte, tätig. 1821 wurde er der erste Lehrer für Fagott am Konservatorium der GdM (bis 1839). Darüber hinaus Mitglied der Hoftheater, empfohlen von C. M. v. Weber in einem Brief an G. F. Treitschke vom 29.1.1820, als dessen Überbringer M. fungierte. Seinem Gesuch um eine Mitgliedschaft oder zumindest Exspektantenstelle in der Hofmusikkapelle am 26.5.1822 wurde entsprochen und nach seiner Ernennung zum unbezahlten Exspektanten im September 1822 folgte am 28.8.1824 die Beförderung zum Ersten Fagottisten (als Nachfolger von Wenzel Mattuschek [† 26a.8.1828 Wien]). 1830–67 Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. L. v. Beethoven suchte 1825 M.s Bekanntschaft, da er an der damaligen Verbesserung der Fagotte interessiert war und sich über das Dresdner Musikleben berichten lassen wollte. M. war später einer der bedeutendsten Klavierlehrer in Wien – besonders in adeligen Häusern –, an den auch F. Chopin empfohlen wurde. Zu M.s Klavierschülern zählten u. a. S. Thalberg, C. Debrois v. Bruyck und C. Filtsch. Seit 1.2.1830 verheiratet mit Maria Juliana Lengheim (* 11.2.1806 Oberzeiring/St, † 24.3.1877 Wien), Tochter eines Syndicus (Rechtsanwalt). M.s Trauzeuge war sein Kollege E. Krähmer. Sein Sohn Wilhelm August Karl (* 9.12.1840 Wien, † 7.1.1912 Wien), ab 1908 Edler von Lenkheym [Lenkheim], Jurist und hoher Beamter im Außenministerium, war mit Joh. Strauss Sohn befreundet und soll Initiator von dessen Donauwalzer gewesen sein.
Literatur
K. Öhlberger in The Double Reed 14/3 (1991); Th. Albrecht in Wr. Oboen-Journal 57 (März 2013); Schilling 4 (1837); C. F. Pohl, Die GdM 1871; C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; R. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der K. K. GdM in Wien 1912; Köchel 1869; F. H. Böckh, Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache 1821; U. Harten, Carl Debrois van Bruyck, Diss. Wien 1974, 11; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836 (2007), 39, 448; NFP 24.11.1867, [6]; Allgemeine musikalische Ztg. 5.12.1918, Sp. 454, 5.4.1820, Sp. 221, 14.3.1821, Sp. 165; Trauungsbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1827–30, fol. 131; Taufbuch der Pfarre St. Stephan 1838–43, fol. 249; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan 1869–82, fol. 220; www.dynastiemautnermarkhof.com (6/2025); https://weber-gesamtausgabe.de (6/2025); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).


Sein Enkel

Erwin Georg Adolf Wilhelm Edler von Lenkheym (Mittag-Lenkheym): * 11.9.1890 Wien, † 3.9.1965 Wien. Musikkritiker. Sohn von Wilhelm August Karl und dessen Frau Johanna Nepomucena Maria Mautner (* 6.5.1850 Wien, † 11.5.1913 Wien). Erhielt Klavierunterricht und verfügte laut Angaben des Sohnes über ein absolutes Gehör. Nach der Matura am Schottengymnasium studierte er 1909–14 Jus an der Univ. Wien (Dr. jur). Danach Einjährig-Freiwilliger des Dragoner-Regiments Kaiser Ferdinand Nr. 4 (1916 Leutnant der Reserve, 1917 Oberleutnant der Reserve) und Kriegsdienst (Weltkriege). Heiratete am 29.10.1918 Irene Franziska Hedwig Gerhardus nach evangelischem Ritus A. B. (konvalidiert am 9.7.1919 mittels katholischer Eheschließung, Scheidung am 24.9.1934), am 13.8.1919 kam ihr Sohn Herbert, später Jurist und Marketingspezialist, zur Welt. Zunächst war M. einige Jahre als Beamter der Wiener Handelskammer tätig, später Privatier. 1935 wurde er in den Verwaltungsrat der Universal Edition bestellt, 1936 Vorstandsmitglied der Internationalen Speditions-A. G. Perl, um 1957 Vorstandsmitglied der IGMG. Schrieb Musikkritiken und Beiträge u. a. für Die Presse, die Wochen-Presse und Die Furche. Darüber hinaus gestaltete er am 27.10.1954 eine Sendung bei der Sendergruppe Rot-Weiß-Rot über César Franck.


Schriften
Aus der Gesch. der Wr. Philharmoniker 1950; Gustav Mahler als Dirigent in ÖMZ 15/6 (1960).
Literatur
MGÖ 3 (1995); G. Gaugusch, Wer einmal war. L–R 2016, 2203 [Mautner v. Markhof]; Neues Wr. Tagbl. 6.8.1935, 12, 14.3.1936 (Abendbl.), 6; Radio Österreich 23.10.1954, 18; NFP 9.1.1912, 25, 11.7.1917, 8; Taufbuch der Pfarre Döbling (Wien XIX) 1889–90, fol. 233; Trauungsbuch der Pfarre Unsere Liebe Frau zu den Schotten (Wien I) 1917–20, fol. 128; www.dynastiemautnermarkhof.com (6/2025); Archiv der Univ. Wien, Nationale der Studierenden der Juridischen Fakultät; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adresskalender).

Autor*innen
Monika Kornberger
Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
22.7.2025
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Uwe Harten, Art. „Mittag, Familie“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 22.7.2025, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9bd
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001d9bd
GND
Mittag, August: 1037948807
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