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Müller-Guttenbrunn, Müller-Guttenbrunn, true Adam (Pseud. Franz Josef Gerhold, Ignotus, Vetter Michel, Figaro)
* 1852-10-2222.10.1852 Guttenbrunn/H (Zabrani/RO), † 1923-01-055.1.1923 Wien. Schriftsteller, Theaterdirektor. Zunächst im Staatsdienst, daneben bereits als Novellist und Dramatiker tätig, 1886–92 auch als Feuilletonredakteur der Deutschen Zeitung. Einige seiner in mehreren Auflagen erschienenen Schriften bewirkten nachhaltige Veränderungen im Wiener Kulturleben: Gründung des Deutschen Volkstheaters (Volkstheater Wien), des Wiener Volksbildungsvereins und des Raimundtheater-Vereins; 1892–96 war M.-G. erster Direktor des neu erbauten Raimundtheaters, schloss sich dem von antiliberalen und antisemitischen Politikern und Industriellen gegründeten Verein Kaiser-Jubiläums-Stadttheater an und war 1898–1903 Direktor dieses Theaters (Volksoper Wien), dessen Spielplan er gezielt antisemitisch ausrichtete. Danach wirkte er v. a. als erfolgreicher Romancier und war 1919/20 kurzzeitig Nationalratsabgeordneter der Großdeutschen Vereinigung. Seine Söhne Herbert M.-G. (1887–1945) und Roderich (1892–1956) waren ebenfalls Schriftsteller und Redakteure.
Gedenkstätten
Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof; M.-G.-Straße (Wien XIV).
Ehrungen
Dr. h. c. der Univ. Wien 1922; Bürger der Stadt Wien 1922; Ehrenbürger von Weidling/Klosterneuburg.
Werke
Wien war eine Theaterstadt 1885; Im Jh. Grillparzers 1893; Das Raimund-Theater 1897; Götzendämmerung 1908; Alt-Wr. Wanderungen und Schilderungen 1916; Erinnerungen eines Theaterdirektors, hg. v. R. Meinhart (Ps. für Roderich M.-G.) 1924. – Dramen (Judith 1877; Aus Polenkreisen 1906). – Romane (Götzendämmerung 1910; Glocken der Heimat 1910; Der große Schwabenzug 1913; Von Eugenius bis Josephus 1916; Barmherzige Kaiser 1916; Joseph der Deutsche 1917 [Trilogie]; Sein Vaterhaus 1919; Dämonische Jahre 1920; Auf der Höhe 1921 [Lenau-Trilogie]; Gedichte. – Roderich M.-G. (Hg.), A. M.-G., Der Roman meines Lebens 1927.
Literatur
Al. M.-G., Leben und Werk A. M.-G.s (1852–1923) unter besonderer Berücksichtigung seiner Tätigkeit als Feuilletonist 1995; H. Weresch, A. M.-G. Leben, Denken u. Schaffen, 2 Bde. 1975; Czeike 4 (1995); ÖBL 5 (1972) [Müller]; Kosch 2 (1960); Eisenberg 1893; A. Gerstner, A. M.-G.s Bemühungen als Theaterdirektor, Diss. Wien 1946; O. Rathkolb in P. Autengruber et al., Forschungsprojektendbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ 2013 (https://wien.gv.at/kultur/abteilung/pdf/strassennamenbericht.pdf); Nachlass WStLB.

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Müller-Guttenbrunn, Adam (Pseud. Franz Josef Gerhold, Ignotus, Vetter Michel, Figaro)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20.12.2019]
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

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