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Sayve Sayve Mathias (Mathieu): (versch. Schreibweisen), Familie de
Mathias (Mathieu): * --ca. 1540–50 Lüttich (Liège bzw. Luik/B)?, --1619 1619 Böhmen?. Sänger und Komponist. Wirkte zumindest 1571–88 als 2. Subkantor an der Kirche Saint Martin-en-Mont in Lüttich, ab 1590 als Altist, ab 1593 als stellvertretender Chormeister (neben Ph. de Monte) an der Hofmusikkapelle von Rudolph II. in Wien. 1606–08 soll er Hofkapellmeister unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612) gewesen sein, bis 1617 war er wieder an der kaiserlichen Hofkapelle tätig.
Werke
Liber primus motectorum 1595; Maria klar, der Engel Schar 1604 (NA Recent Researches in the Music of the Renaissance 24 [1977]; Motetten; 2 Oden.


Sein Bruder Lambert (Lampertus): * 1548/49 (Ort?) bei Lüttich, † zw. 16./28.2.1614 Linz. Sänger und Komponist. War ab 1562 in Wien Sängerknabe im Dienst K. Ferdinands I., als Kapellknabe ist er 1568 in der Hofkapelle Maximilians II., ab 1569 als Singmeister im Stift Melk (1570/71 mit Erzhzg.in Anna Maria anlässlich ihre Hochzeit mit Philipp II. in Spanien), 1577–82 als Präceptor der Kapellknaben am Hof Erzhzg. Karls II. in Graz, seit 1583 als Hofkapellmeister des Erzhzg.s und späteren K.s Matthias nachweisbar. Als Komponist war er der bedeutendste der Famile und verband das späte Niederländertum mit v. a. in Graz erlebten Einflüssen der klanglichen Prunkentfaltung der venezianischen Mehrchörigkeit. Michael Praetorius erwähnte ihn begeistert in seinem Syntagma musicum (1614–18) und hatte schon 1611 Lieder von L. de S. herausgegeben.


Werke
Sacrae symphoniae 1612 (z. T. NA in Das Chorwerk 86 [1960]; Maria rein, mit deim Sohn g’mein 1604 (NA in Recent Researches in the Music of the Renaissance 25 [1977]); 7 Messen (Lyram pulset, NA in DTÖ 90 [1954]); Motetten; Magnificat; Lieder (NA z. T. in DTÖ 77 [1934] und Das Chorwerk 60 [1938]).


M. de S.s Söhne

Erasmus (Erasme, Raso): * ca. 1563 (Ort?), † 1631/32 (Ort?). Sänger und Komponist. 1573–77 war er Sängerknabe (duodenus) in Saint Martin-en-Mont, 1587 ernannte das Kapitel „Raso de Sayve, filius succentoris“ zum Dienst am Altar Johannes’ des Täufers. Kurz darauf verließ er Lüttich, um in Wien zu studieren, trat in Dienst von Erzhzg. Matthias und wurde 1613 Chormeister der Hofkapelle des inzwischen zum Kaiser Gekrönten, zeitweilig als Assistent des Onkels L. de S. 1617–31 war er Burggraf unter Matthias und Ferdinand II. Seiner Witwe wurde Ende 1632 eine Pension zuerkannt.


Werke
18 Melodie spirituali 1614; Salve Regina; Motetten.


Arnold: * ca. 1574 (Ort?), † 15.7.1618 Wien?. Sänger. Ab 1584 Chormitglied an Saint Martin-en-Mont, bis 1592 an der Wiener HMK als Chorknabe, 1602–17 als Altist.

Matthias: * zw. 1576/80 (Ort?), † ca. 1616 (Ort?). Sänger und vermutlich Komponist. 1590–95 Chorknabe, 1603–16 Tenorist in der Wiener HMK. Er soll (u. a. lt. Eitner) Messen komponiert haben, die aber auch von L. de S. stammen könnten. Zwei weitere Brüder, Carl und Libert, waren ebenfalls Musiker.


Literatur
NGroveD 22 (2001) [mit Lit.-Verzeichnis]; MGG 11 (1963) [L. de S.]; StMl 1962–66 [L. de S.]; Kellner 1956; Köchel 1869; EitnerQ 8 (1902); Mendel-R. 9 (1878); MGÖ 1 (1995).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Sayve (versch. Schreibweisen), Familie de‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]