
Spitzeder,
Familie
Sänger:innen
Franz Anton: * 2.8.1735 Traunstein/D, † 19.6.1796 bei Aigen/Sb. Sänger (Tenor) und Cembalist. Kam 1742 als Chorknabe in das Kloster St. Zeno bei Reichenhall/D und wurde später Kapellknabe im Salzburger Kapellhaus, wo er Instrumentalunterricht erhielt und die Lateinschule besuchte. 1751 wurde er ausgemustert, ca. 1754–57 trat er in Italien erfolgreich auf. Danach war er unbesoldet, ab 1.1.1760 definitiv als Hoftenorist in Salzburg angestellt. Sp., der auch als Gesang- und Klavierlehrer angesehen war, unterrichtete ab 1770 am Kapellhaus. Er war mit L. und W. A. Mozart bekannt, gab letzterem Unterricht und sang in den UA.en von dessen frühen Opern.
Sein Bruder
Johann Oswald: * 23.5.1738 Traunstein, † 10.3.1783 Salzburg. Sänger. War Chorknabe im Stift St. Peter und Choralist im Stift Mattsee, bevor er 1765 Domchoralist in Salzburg wurde. Er unterrichtete auch Choralgesang im Kapellhaus.
Franz Antons Kinder
Johann Baptist: * 27.4.1767 Salzburg, † 22.10.1842 München/D. Sänger (Bass). Wurde im Kapellhaus von seinem Vater und M. Haydn ausgebildet. 1787 erhielt er ein Engagement bei einer Kölner Theatergesellschaft. 1789 wurde er Mitglied des kurfürstlichen Nationaltheaters in Bonn/D. Danach trat er in Kassel/D, am Hoftheater von Weimar /D (1799–1804) und am Theater an der Wien auf.
Maria Aloisia Walburga (gen. Luise, * 31.5.1779 Salzburg, † 24.1.1806 [Ort?]) war Sängerin und seit 1797 mit E. v. Weber verheiratet.
Johann Baptists Sohn
Joseph: * 2.9.1794 Bonn, † 13.12.1832 München. Sänger (Bass). Er war zunächst in erster Linie Schauspieler, wurde 1815 am Theater Nürnberg aber auch als Bassbuffo eingesetzt. Im April 1819 debütierte er als zweiter Bassist am Theater in der Wien, erhielt Unterricht bei J. Weigl und konzentrierte sich nunmehr auf eine Sängerlaufbahn, wo er in Buffopartien erfolgreich auftrat. Am 3.5.1824 gab er seine letzte Vorstellung in Wien am Kärntnertortheater. 1824–32 wirkte er in Berlin am Königsstädtischen Theater, danach kurze Zeit in München. Er war in erster Ehe mit der Sopranistin Henriette Sp.-Schüler (* 18.3.1800 Dessau/D, † 30.11.1828 Berlin, mit ihm gemeinsam auch in Wien erfolgreich) und in zweiter Ehe mit der Sopranistin Betty Sp.-Vio (eig. Elisabeth, * 22.6.1806 Lübeck/D, † 15.12.1872 München, später unter dem Namen Maurer am Wiener Carltheater) verheiratet. Seine Schwester Adelheid Sp. (* 1793 Bonn, † 21.11.1873 München) war Schauspielerin und Sängerin u. a. am Münchener Hoftheater.
Literatur
H. Schuler, Mozarts Salzburger Freunde u. Bekannte 22004; Hintermaier 1972; E. Schenk, Mozart 21975; K-R 1997 [Franz Xaver Sp.] u. 2002; Wurzbach 36 (1878); Mendel-R. 9 (1878); DBEM 2003 [Franz Xaver Sp.]; (Wiener) Theater-Ztg. 21.10.1815, 319, 1.5.1891, 207, 15.5.1824, 234; https://weber-gesamtausgabe.de (8/2025).
H. Schuler, Mozarts Salzburger Freunde u. Bekannte 22004; Hintermaier 1972; E. Schenk, Mozart 21975; K-R 1997 [Franz Xaver Sp.] u. 2002; Wurzbach 36 (1878); Mendel-R. 9 (1878); DBEM 2003 [Franz Xaver Sp.]; (Wiener) Theater-Ztg. 21.10.1815, 319, 1.5.1891, 207, 15.5.1824, 234; https://weber-gesamtausgabe.de (8/2025).
Autor*innen
Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
12.8.2025
Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch,
Art. „Spitzeder, Familie“,
in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung:
12.8.2025, abgerufen am ),
https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e13c
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