Cavalli, Pietro (Pier) Francesco (Caletti-Bruni, Caletto Bruno)
* 14.2.1602 Crema/I, † 14.1.1676 Venedig. Komponist, Organist und Sänger. Erster Musikunterricht bei seinem Vater, Chorknabe in der Kathedrale von Crema. Der venezianische Patrizier Federico C. sorgte für seine Ausbildung in Venedig. C. nahm später seinen Namen an. Er wurde 1616 Sänger in der Kapelle von San Marco unter der Leitung von Claudio Monteverdi, zusätzlich 1620–30 Organist an SS Giovanni e Paolo, 1639 2. Organist an San Marco, 1665 1. Organist, 1668 Kapellmeister; 1660–62 Parisaufenthalt (Hochzeitsoper L’Ercole Amante für Ludwig XIV.). Auf der Hinreise besuchte C. im Juni 1660 den Innsbrucker Hof. C. war einer der bedeutendsten Vertreter der frühvenezianischen Oper, die für die Entwicklung der Gattung in Wien entscheidend war. So trennt A. Bertalli wie C. deutlich Rezitativ und Arie. Von C. befinden sich zwei Opern (Egisto und Giasone) im Besitz der ÖNB. Dass sie in Wien aufgeführt wurden, ist allerdings unwahrscheinlich.
W: Opern (La Didone, La Doriclea, Il Giasone, L’Egisto, L’Ercole Amante); Kirchenmusik (Vespern, Requiem); Instrumentalmusik (Canzonen).
Lit: MGG 2 (1952); 4 (2000); NGroveD 5 (2001); MGÖ 2 (1995); I. Bartels, Die Instrumentalstücke in Oper und Oratorium der frühvenezianischen Zeit, Diss. Wien 1970; L. Bianconi in Colloquium Alessandro Scarlatti 1975, 1979, 43; Seifert 1985.


BB  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:09:20 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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