Da Ponte (Daponte), Lorenzo (eig.: Conegliano, Emanuele)
* 10.3.1749 Ceneda/I (Vittorio Veneto/I), † 17.8.1838 New York. Librettist, Schriftsteller und Romanist. 1763 getauft (aus diesem Grund Annahme des Names des Bischofs von Ceneda, Lorenzo da Ponte), studierte er in Portogruaro/I Theologie und Literatur, 1772 Prof., wurde aber wegen seines Lebenswandels und seiner revolutionären Ansichten 1779 aus Venedig verbannt. Über Görz (Gorizia/I) – mit einem ersten Besuch in Wien 1780 – und Dresden kam D. 1782 nach Wien, wo er durch Vermittlung A. Salieris 1783 Hoftheaterdichter wurde. Für Wien verfasste er nicht nur Libretti für W. A. Mozart (Le Nozze di Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte), sondern auch den Welterfolg Una cosa rara (für V. Martín y Soler) und zahlreiche Texte für A. Salieri. Nach dem Tod Josephs II. und einem Konflikt mit Leopold II. (Entlassung aus dem Hofdienst 1791) verließ D. 1792 Wien und ging über Triest (wo er seine Frau Nancy Grahl kennen lernte) und London (1793 Librettist am King’s Theatre) 1805 nach New York. Hier setzte er sich vehement für die Werke Mozarts ein, forcierte eine italienische Opernpflege und wirkte als Übersetzer und Sprachlehrer (seit 1825 Prof. für italienische Sprache am Columbia College).
Schr: zahlreiche Libretti (Il ricco d’un giorno, Le nozze di Figaro, Una cosa rara, Axur, Così fan tutte, Il dissoluto punito o sia Il Don Giovanni); Memorie di Lorenzo da Ponte scritte da esso 1823–30 [Autobiographie].
Lit: NGroveD 7 (2001); NGroveDO 1 (1992); MGG 5 (2001); Czeike 1 (1992); ÖBL 1 (1957); ÖL 1 (1996); H. Goertz, Mozarts Dichter L. D. P. 1985; S. Hodges, L. D. P. 1985; D. Link, The National Theatre in Mozart’s Vienna 1998.


ETH  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/09/28 09:20:22 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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