![]() |
![]()
|
|
|
|
Gruber,
Familie
Franz Xaver (I):
* 25.11.1787 Hochburg im Innviertel/OÖ,
† 7.6.1863 Hallein/Sb.
Lehrer, Organist, Chorregent.
Entstammte einer armen Leinweberfamilie, wurde vom Schullehrer seines Geburtsortes gefördert, nahm Unterricht im Orgelspiel bei Georg Hartdobler im nahen Burghausen/Bayern, legte 1806 in Ried im Innkreis/OÖ die Prüfungen zum Schullehrer ab und trat 1807 nach einer Ergänzungsprüfung in Salzburg die Stelle eines Lehrers und Mesners in Arnsdorf (Flachgau/Sb) an. Von dort aus versah er den Orgeldienst im nahen Oberndorf/Sb. 1829–35 war er als Lehrer und Mesner in Berndorf/Sb tätig. Während seiner Lehrerzeit komponierte G. einige Gelegenheitswerke, darunter zur Mette 1818 in der Oberndorfer St. Nicola-Kirche
Stille Nacht! Heilige Nacht!
auf ein Gedicht des Koadjutors J. Mohr, jenes Lied, das ihn als Komponisten bis heute bekannt hält. Ab 1835 und bis zu seinem Tod wirkte G. als Chorregent an der Stadtpfarrkirche Hallein und schuf in diesem Zeitraum eine große Zahl kirchenmusikalischer Werke für den praktischen Gebrauch im örtlichen Gottesdienst. Je nach Anlass entstanden lateinisch oder deutsch textierte Kompositionen für Solisten, Chor und großes Orchester, für eine kleinere Besetzung mit zwei Hörnern in der Tradition M. Haydns und auch für ein oder mehrere Singstimmen mit Orgelbegleitung. G. nahm aktiv am bürgerlichen Musikleben der Stadt teil, war Mitglied der von seinem Sohn Franz G. 1849 gegründeten Halleiner Liedertafel und bearbeitete etliche „Erfolgsnummern“ aus Opern sowie Lieder für die Aufführung im geselligen Kreis. Insgesamt zeigen seine musikalischen Werke durchaus Talent, verraten aber auch eine weitgehend autodidaktische Schulung in kompositionstechnischer Hinsicht. Die Dichte und Geschlossenheit des Stille Nacht! Heilige Nacht! erreichen seine übrigen Kompositionen selten. G. hat ferner eine beträchtliche Anzahl von Zeichnungen hinterlassen.G: G.-Mohr-Weg (Graz VIII).
W: 66 lat. bzw. dt. Mess- und Requiemvertonungen; kleinere kirchenmusikalische Werke (Gradualien, Offertorien, Vespern, Litaneien, dt. geistliche Lieder u. a.); weltliche Lieder; zahlreiche Bearbeitungen; das WV (mit unveröffentlichten Addenda) umfasst 196 Nummern.
Lit: J. Mühlmann, F. X. G. 1966; Th. Hochradner, F. X. G. (1787–1863). Thematisch-systematisches Verzeichnis der musikalischen Werke 1989; J. A. Standl, „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ 1997; Nachlass mit dem Großteil der musikalischen Überlieferung: Keltenmusem Hallein, Stille-Nacht-Archiv.
Sein Enkel Franz Xaver (II): * 16.7.1875 Hallein/Sb, † 12.3.1926 Salzburg. Priester und Kapellmeister. Erhielt seine musikalische Ausbildung an der Kirchenmusikschule in Regensburg/D (Cäcilianismus). Nach Abschluss seines Theologie- und Philosophiestudiums und der Priesterweihe 1898 war er ab 1904 Regens chori der Pfarrkirche in Meran/Südtirol und Prof. an der Realschule. 1920 wurde G. Domkapellmeister in Salzburg. G. setzte sich sehr für die Pflege der alten Salzburger Kirchenmusik ein und war eine der führenden Persönlichkeiten der Salzburger Bach-Gemeinde (leitete u. a. die Erstaufführung der Matthäus-Passion in Salzburg); G. war zudem Chormeister der Damensingvereinigung Hummel. Lit: ÖBL 2 (1959).
TH (I)/ETH (II)
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/12/01 12:15:34 ]
[ LOGIN... ]
Eine Neuanmeldung kann unter Menüpunkt "Registrieren" durchgeführt werden.
![]() [ Home ] [ Musikforschung ] [ Elektronisches Publizieren ] [ Akademie ] [ Redaktion ] [ Verlag ] Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften © 2002–2011 Alle Rechte vorbehalten ISBN: 978-3-7001-3077-2 |