Pejačević, Dora
* 10.9.1885 Budapest, † 5.3.1923 München/D. Komponistin. Tochter des kroatischen Bans Teodor Graf P. und der ungarischen Baronin Lilla Lay de Vaya. Den Musikunterricht bekam sie zunächst im Familienschloss in Našice bei Osijek/Slawonien (HR) und anschließend in Zagreb, Dresden/D (Henri Petri, Percy Sherwood) und München (Walter Courvoisier); doch zeitlebens war sie auch Autodidaktin, die in der Bibliothek in Našice und durch Kontakte mit Künstlern und Intellektuellen (K. Kraus) Anregung suchte. Ihr künstlerischer Nachlass umfasst 57 registrierte Werke, die fast alle im Kroatischen Musikinstitut (Hrvatski glazbeni zavod) in Zagreb aufbewahrt sind. Bedeutende Vertreterin der kroatischen Moderne, setzte sie sich systematisch mit den klassischen Kammermusikgattungen auseinander und schuf die erste moderne Symphonie und das erste Klavierkonzert der kroatischen Musik. Ihre Musiksprache wurzelt in der romantischen Tradition, die sie mit neuen Nuancen in Harmonik und Klang bereichert; dadurch gehört sie zur eher konservativen Richtung innerhalb des modernen Stilpluralismus.
W: Symphonie fis-Moll 1917 (UA 10.2.1920 Dresden unter Edwin Lindner), Klavierkonzert g-Moll 1913 (UA 5.2.1916 Zagreb), Phantasie concertante f. Kl. u. Orch. 1919; Kammermusik (2 Klaviertrios, 2 Streichquartette [das 2. verschollen], 2 Violinsonaten, Violoncellosonate, Klavierquartett, Klavierquintett); Werke f. Kl. (2 Sonaten, zahlreiche Klavierminiaturen); Lieder: Verwandlung f. Singstimme, V. u. Org. (auch mit Orch.) [T: K. Kraus] 1915, Liebeslied f. Singstimme u. Orch. [T: Rainer Maria Rilke] 1915; Liederzyklen: Mädchengestalten [T: R. M. Rilke] 1916–18, Drei Gesänge [T: F. Nietzsche] 1919/20.
Lit: K. Kos, D. P. Leben und Werk 1987; NGroveD 19 (2001).


KK  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:12:39 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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