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Pisk, Pisk, Ludwig: Familie
Ludwig: * 1860-05-044.5.1860 Nikolsburg/Mähren (Mikulov/CZ), † 1940-11-011.11.1940 Wien. Rechtsanwalt und Schriftsteller. Studierte Jus (Dr. jur.) und veröffentlichte 1880 sein erstes Gedicht anlässlich des 50. Geburtstages von K. Franz Joseph. In der Folge war er auch als Operettenlibrettist tätig, bis 1938 praktizierte er als Rechtsanwalt in Wien.
Werke
Oesterreichs Jubeltag (Dramolett [zur Vermählung v. Kronprinz Rudolf]), Das Mädchen v. Marienburg (Operette), Das Narrentestament UA 1889 (Operette, gem. m. M. Simon; M: Ladislaus Ungar), Fritzi (Posse, gem. m. Vincenz Maurer), Mozart (Charakterbild, gem. m. V. Maurer), Die Kaffeerevolution (Operette, gem. m. V. Maurer, M: L. Ungar), Striks (Volksstück, gem. m. V. Maurer).


Sein Sohn Paul Amadeus: * 16.5.1893 Wien, † 12.1.1990 Los Angeles, CA/USA. Komponist, Musikwissenschaftler, Pianist. Studierte bei J. Epstein (Klavier, 1908–14), F. Schreker (Theorie, 1912/13), A. Schönberg (Komposition, 1917–19) sowie F. Hellmesberger (Dirigieren, 1912). 1914 absolvierte er die Kapellmeisterschule an der MSch. Kaiser. Am 26.3.1917 (nicht 1916) an der Univ. Wien zum Dr. phil. promoviert (Musikwissenschaft bei G. Adler). 1913/14 wirkte er an verschiedenen Bühnen als Theaterkapellmeister, 1918–21 war er Sekretär des Vereins für musikalische Privataufführungen; zu dieser Zeit bestand ein enger Kontakt mit Alban Berg und A. v. Webern. 1920–28 fungierte P. gemeinsam mit P. Stefan als Herausgeber der Musikblätter des Anbruch, 1921–34 war er Musikkritiker der Wiener Arbeiterzeitung und 1922 Gründungsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Als Pädagoge wirkte er zunächst in Österreich (Leiter der Musikabteilung der Volkshochschule Wien 1922–34, Theorielehrer am Neuen Wiener Konservatorium 1925/26 und am Austro-Amerikanischen Konservatorium in Mondsee/Sb 1931–33), 1936 übersiedelte er jedoch in die USA, wo er 1937 Musikdirektor von Camp Oquago (New York) wurde (Exil). In der Folge lehrte P. an den Univ.en von Kalifornien (University of Redlands, 1937–51), Texas (Austin, 1951–63) und Missouri (Washington University St. Louis 1963–72). Danach in Los Angeles lebend, unternahm er Vortrags- und Konzertreisen, auch nach Europa. In erster Ehe war P. seit 1919 mit M. M. Frank verheiratet, 1973 ehelichte er die Opernsängerin Irene Hanna Schwarz (* 17.8.1898 Wien, † 14.2.1981 Los Angeles, CA/USA).


Ehrungen
Kompositionspreis der Stadt Wien 1925 (für Streichquartett op. 8); Dr. h. c. Univ. Wien; Ehrenmitglied der Internationalen A. Schönberg-Ges.
Werke
Symphonische Ouvertüre, Suiten, Divertimenti, Partita f. Orch., Ballettpantomime (Der große Regenmacher 1927, UA 1931), 5 Kantaten (Die neue Stadt UA 1926), Chöre, Lieder, Kammermusik (Baroque Chamber Concerto 1953).
Schriften
Die Messen des Jacobus Gallus, Diss. Wien 1917 (Auszüge in StMw 5 [1918]); A History of Music and Musical Style 1963 (gem. m. H. Ulrich); musikwissenschaftliche Aufsätze und Abhandlungen (v. a. zu A. Schönberg, A. Berg, A. v. Webern u. Heinrich Schütz); Hg. der Messen v. J. Gallus (DTÖ 78 [1935], 94–95 [1959], 97 [1967] u. 99 [1969]). – Verzeichnis in MaÖ 1997, 162f.
Literatur
NGroveD 19 (2001); NDB 20 (2001); DBEM 2003; MGG 10 (1961); Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; Riemann 1929, 1961 u. 1975; ÖMZ 33/6 (1978), 306; ÖMZ 38/6 (1983), 339; ÖMZ 43/4 (1988), 188; Orpheus im Exil 1995; Personenlex. Öst. 2001; F-A 2 (1978); Eisenberg 1893; Stieger III/2 (1980) [Pick]; Ulrich 1997 [P., Hanna]; MGÖ 3 (1995); Fremden-Bl. 11.6.1914, 17; WStLA (Lehmann-Adressbücher 1930–38, Meldearchiv); Slg. Moißl; www.schoenberg.at (7/2004); http://library.wustl.edu (7/2004); https://familysearch.org (3/2017); Archiv Univ. Wien.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Pisk, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 27/08/2018]