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Poglietti, Poglietti, true Alessandro
* --? Toskana?/I, --?.7.1683 Wien?. Organist und Komponist. Wahrscheinlich seit dem Tod von V. Fux 1659, spätestens aber Anfang 1661 war er Kapellmeister und Organist der Jesuitenkirche Am Hof in Wien, und von Juni 1661 bis zu seinem Tod kaiserlicher Hoforganist. Er war Hofpfalzgraf (Comes palatinus Caesareus) und päpstlicher Ritter vom goldenen Sporn. Von seinem Cousin erbte er Güter in Mähren. Auf der Flucht vor den Türken wurde er im Juli 1683 von diesen getötet und seine Familie gefangen genommen. Bedeutend sind seine Werke für Tasteninstrumente und das Lehrwerk dafür (Compendium [s. Tbsp.]). Sie waren auch in Sammelhandschriften und -drucken bis nach Amsterdam und London bis ins 18. Jh. verbreitet.
Werke
Endimione festeggiante, Favola pastorale (T: Johannes Dizent), UA Göttweig 12.1.1677 (nur Libretto erhalten); 3 Messen, Requiem, Magnificat, Litaniae Lauretanae, 3 Motetten (CZ-KRa); Rossignolo f. Tasteninstr. 1677 (A-Wn), Druck o. J. (Benediktinerabtei Marienberg), NA DTÖ 27 (1906), Faks. 1963, 1987, 2004; 12 Ricerari (s. Tbsp.), NA in Die Orgel 2/5–6 (1957); zahlreiche weitere Werke f. Tasteninstr., NA hg. v. E. Fadini 1984; Sonaten und Balletti f. Streicher u. B. c. (CZ-KRa), NA Auswahl in DTÖ 66 (1927).
Schriften
Compendium oder Kurtzer Begriff und Einführung zur Musica 1676 (A-KR [s. Abb.], CZ-Bm).
Literatur
F. W. Riedel in H. Heussner (Hg.), [Fs.] H. Engel 1964; B. Prammer, Eine Österr. Musiklehre des 17.Jh.s, Dipl.arb. Wien 1991; B. Prammer in J. Sehnal (Hg.), Musik des 17. Jh.s und Pavel Vejvanovský 1994.

Autor(en)
Herbert Seifert
Empfohlene Zitierweise
Herbert Seifert, Art. „Poglietti, Alessandro‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]