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Tauber Tauber true (eig. Denemy-Tauber), Richard
* 1891 -05-1616.5.1891 Linz, † 1948 -01-088.1.1948 London . Tenor, Komponist, Dirigent. Unehelicher Sohn der Schauspielerin und Operetten-Soubrette Elisabeth Denemy, verwitwete Seifferth (* 29.12.1847 Wien, † 16.12.1938 Salzburg) und des Schauspielers Anton Richard T., der ihn 1913 adoptierte. Erster Klavierunterricht 1903, 1908–10 Studium am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main/D (Klavier, Komposition, Dirigieren). 1911/12 Gesangsunterricht bei Carl Beines in Freiburg im Breisgau/D, 1912 dort erster öffentlicher Auftritt als Solist in Beines’ Männerchor Concordia. Bühnendebüt 1913 als Tamino in W. A. Mozarts Zauberflöte in Chemnitz/D, wo sein Vater seit 1912 die Vereinigten Stadttheater Chemnitz leitete. 1913–18 königlicher Hofopernsänger in Dresden/D. Operettendebüt 1915 als Barinkay in J. Strauß’ Sohn Der Zigeunerbaron. Ab 1919 Gastspiele an der Berliner Staatsoper, daneben erste Schallplattenaufnahmen mit Liedern seines Lehrers Beines, neben (auch zeitgenössischen) Opern-, Operettenarien und Liedern sang T. im Laufe seiner Karriere zudem Volkslieder und Schlager auf Schallplatten ein. 1920 erster Wiener Auftritt an der Volksoper Wien, im selben Jahr erstmals an der Wiener Staatsoper, der er 1922–25 als Gast angehörte. Ab 1922 Auftritte bei den Salzburger Festspielen sowie am Theater an der Wien, dort als Operettentenor, wo er u. a. in der UA von O. Straus’ Die Perlen der Cleopatra mitwirkte, später z. T. auch als Dirigent. Aus der engen Freundschaft mit F. Lehár ab 1924 resultierte eine intensive Zusammenarbeit – Lehár schuf für den Tenor in seinen späten Operetten sog. T.-Lieder –, die in dessen Operette Paganini, der T. in der Berliner Aufführung 1926 zum Durchbruch verhalf, erstmals zum Ausdruck kam. T. verlegte sich daraufhin zunehmend auf das Operettengenre und gelangte damit zu internationalem Ruhm, weltweite Gastspiele waren die Folge. Ab 1930 auch als Filmschauspieler und -produzent tätig. 1933 Emigration (Exil) nach Wien. 1934 verkörperte T. den Octavio in Lehárs letzter Operette Giuditta bei der UA an der Wiener Staatsoper, seine eigene Operette Der singende Traum wurde im selben Jahr am Theater an der Wien uraufgeführt. 1938 Emigration nach London (britische Staatsbürgerschaft 1940), Mitglied der Covent Garden Opera und vermehrte Einsätze als Konzertsänger und Dirigent.
Gedenkstätten
R.-T.-Gasse (Wien XXIII); R. T. Steg (Bad Ischl, s. Abb.).
Ehrungen
Vasa-Orden 1. Klasse (Schweden) 1926; Kammersänger der Wr. u. Berliner Staatsoper; Ehrengrab der Stadt London.
Werke
Oper Die Sühne 1913 (T: Theodor Körner, unaufgeführt); Operetten (Der singende Traum 1934, T: E. Marischka, Hermann Feiner; gem. m. B. Grun Old Chelsea 1942, T: Walter Ellis, S. Tisch [Pseud. Fred S. Tysh]); Schlager (Du bist die Welt für mich T: E. Marischka], Ich glaub nie mehr an eine Frau [T: F. Rotter], Schönstes Mädchen aus dem Städtchen [T: F. Rotter]); Lieder; knapp 1.000 Schallplattenaufnahmen auf Odeon und Parlophone.
Literatur
M. Jürgs, Gern hab’ ich die Frau’n geküßt. Die R.-T.-Biographie 2000; O. Schneidereit, R. T. Ein Leben – Eine Stimme 2000; W. Korb, R. T. 1966; K-R 1997; NGroveD 25 (2001); Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983; MGG 13 (1966); K. Weniger, Zwischen Bühne und Baracke 2008; Czeike 5 (1997); Ackerl-Weissensteiner 1992; Riemann 1975; Lang 1986.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Tauber (eig. Denemy-Tauber), Richard‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN
Künstler im Rundfunk 1 (1933), 177
Künstler im Rundfunk 1 (1933), 177
Richard Tauber Steg in Bad Ischl
Richard Tauber Steg in Bad Ischl

GND
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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