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Wiest Wiest Jakob: (Wist), Familie
Mathias Jakob: * --ca. 1720 (Ort?), † 1788-07-1616.7.1788 Wien. Orgelbauer. Leistete am 18.5.1754 den Bürgereid. 1774 reparierte er die Orgel der Wallfahrtskirche Loretto/Bl, seinen Betrieb hatte er am Spittelberg (Wien VII). 1782 legte er sein Gewerbe zurück, da er aufgrund eines Armbruchs arbeitsunfähig geworden war, worauf seine beiden Söhne den Betrieb übernahmen.
Werke
Orgel in Leitzersdorf bei Stockerau/NÖ 1775.
Literatur
K. Schütz, Der Wiener Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s. 1969, 24, 79; Hopfner 1999; R. Maunder, Keyboard Instruments in Eigtheenth-Century Vienna 1998, 220; A. Forer, Orgeln in Österreich 1973, 124; Sterbebuch der Pfarre Rennweg-Maria Geburt (Wien III) 1785–1801, fol. 38.


Dessen Söhne

Johann Joseph (Ignaz?): * ca. 1749 Wien?, † 17.12.1834 Maria Treu (Wien VIII). Instrumentenbauer. K. k. Hoforgelbauer. Übernahm die Werkstätte seines Vaters und leistete am 28.9.1782 den Bürgereid. War als Orgelbauer und Hersteller von „mechanisch musikalischen Spielwerken“ in Wien tätig. 1787 übertrug er gemeinsam mit seinem Bruder Joseph die Orgel der am 27.4. des Jahres entweihten Wiener Dorotheerkirche nach Baden (dortiger Regens Chori: A. Stoll), wo sie von den beiden 1795 repariert wurde. Im April 1798 annoncierte er die Erfindung einer „neue[n] harmonische[n] Maschine“, die Stücke von J. Haydn und W. A. Mozart spiele. Im gleichen Jahr suchte er um Erlaubnis zur Verfertigung dieses Musikautomaten an sowie um Einstellung von entsprechend qualifizierten Handwerksgesellen, die ihm bei der Herstellung helfen sollten. Am 28.4.1800 bewarb sich J. J. nach dem Tod von Hoforgelmacher J. Výmola, nachdem er dessen Witwe eine Leibrente versprochen hatte, um die Überlassung von Výmolas Arbeiten bei Hof. In der Folge übernahm er die Stimmung der Hofklaviere und wurde zum k. k. Hoforgel- und Klaviermacher ernannt (Nachfolger ab 1823 Chr. Erler). 1803 ersetzte er die Orgel in der Hofburgkapelle. Er hatte seinen Betrieb zunächst am Spittelberg, später in der Josefstadt (Wien VIII). Verheiratet mit Magdalena, geb. Bandzeltner (* 1748 Steyr/OÖ, † 4.11.1831 Wien).


Werke
Orgeln in Markgrafneusiedl/NÖ 1780, gem. m. Joseph: Fertörákos bei Sopron/H 1784, Ebreichsdorf/NÖ 1796, vermutlich Watzelsdorf/NÖ 1805.
Literatur
K. Schütz, Der Wiener Orgelbau in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s. 1969, 24, 79; H. Haupt in StMw 24 (1960); Ottner 1977; Hopfner 1999; Eberstaller 1955; A. Ziegler, Adressen-Buch von Tünkünstlern, Dilettanten […] in Wien 1823, 239, 269; Wr. Ztg. 28.4.1798, 1264, 1.3.1800, 654; Badener Ztg. 19.3.1913, 3; www.geschichtewiki.wien.gv.at (7/2019); Sterbebuch der Pfarre Maria Treu (Wien VIII) 1823–33, fol. 201 u. 1833–40, fol. 52.


Joseph: * ca. 1749 Wien?, † 17.7.1819 Mariahilf (Wien VI). Orgelbauer. Er leistete vermutlich ebenfalls 1782 den Bürgereid und betrieb gemeinsam mit seinem Bruder die von seinem Vater übernommene Orgelwerkstätte. Legte 1817 das Gewerbe zurück. Seit 12.6.1780 verheiratet mit Theresia, geb. Müllauer (* 1755 Graz, † 18.3.1818 St. Ulrich [Wien VII]). Zuletzt lebte er bei seinem Sohn Georg in Mariahilf.


Werke
gem. m. Johann: Fertörákos bei Sopron 1784.
Literatur
H. Kowar, Die Wr. Flötenuhr 2001; Ottner 1977; Trauungsbuch der Pfarre St. Michael (Wien I) 1773–84, pag. 308; Sterbebuch der Pfarre Mariahilf (Wien VI) 1812–26, pag. 155; Sterbebuch der Pfarre St. Ulrich 1814–20, fol. 213.


Johann Josephs Sohn

Anton: get. 4.9.1794 Wien, † 1.3.1865 Wien. Spieluhrmacher, Orgelbauer. Suchte um 1820 um eine Befugnis als Flötenspielwerkmacher an. Als solcher ist er bei seiner Eheschließung am 4.11.1822 mit Magdalena, geb. Hansen (* 29.3.1795 Wien, † 7.11.1864 Wien) in Mariahilf (Wien VI) angeführt. Seit 10.4.1820 auch als Orgelmacher tätig, außerdem Sachverständiger (beeideter Schätzmeister). 1839 stellte er zwei Exemplare des von ihm erfundenen „Melodiums“ bei einer Ausstellung in Wien vor, „deren Ton jenem einer Physharmonika gleich kommt, die aber nicht bloß mit Walzen spielen, sondern auch mit einer Claviatur versehen sind“. Ein vergleichbares, aber größeres Instrument aus seiner Werkstätte beschreibt die Neue Wr. Musik-Ztg. im September 1856. Seine Werkstätte hatte er in der Josefstadt. Der Sterbeeintrag verzeichnet ihn als Kunstmaschinist.


Literatur
H. Kowar, Die Wr. Flötenuhr 2001; Bericht über die zweite allgemeine österreichische Gewerbs-Producten-Ausstellung im Jahre 1839, 1840, 448; Neue Wr. Musik-Ztg. 4.9.1856, 157; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich 1792–99, fol. 178; Sterbebuch der Pfarre Maria Treu 1862–66, fol. 167 u. 192.


Josephs Söhne

Balduin Joseph: get. 25.5.1784 St. Ulrich, † ?. Spielwerkmacher. 1821–27 als Spielwerkmacher, Drehorgel- und Leierkastenfabrikant an derselben Wohnadresse wie Georg W. belegbar. Er war verheiratet, 1822 und 1823 starben zwei seiner Söhne im Kleinkindalter.


Literatur
Ottner 1977; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich 1782–86, fol. 213; Sterbebuch der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI) 1822–27, fol. 21 u. 23.


Johann Georg: * get. 18.1.1795 St. Ulrich, † 11.2.1837 Wien. Orgelbauer, Werkelmacher. Verheiratet seit 14.7.1823 mit der Dienstmagd Theresia, geb. Berner, mit der er bereits 1819 Sohn Anton hatte. Als dessen Taufpate fungierte Cousin Anton. Wohnte 1819 am Magdalenagrund (Wien VI), in den 1820er Jahren auf der Laimgrube (Wien VI), 1833 auf der Wieden (Wien V).


Literatur
Ottner 1977; Wr. Ztg. 15.2.1837, 236; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich 1792–99, fol. 202; Taufbuch der Pfarre Mariahilf 1816–20, fol. 184; Trauungsbuch der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube 1821–26, fol. 66; Taufbuch der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube 1824–27, fol. 79; Sterbebuch des Alservorstadtkrankenhauses 1837, fol. 47.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Wiest (Wist), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23/10/2019]