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Göttl, Göttl, Wenzl: Familie
Wenzl: * 1804-04-044.4.1804 Heinrichsgrün/Böhmen (Jindřichovice/CZ), † 1864-12-1010.12.1864 Eger/Böhmen (Cheb/CZ). Musiker. Sohn eines Bäckermeisters. War Regens chori an der Dekanatskirche zu Eger, wo er auch als Dirigent, Vorstand des Männergesangvereins sowie Musik- und Gesangpädagoge wirkte.

Sein Enkel

Eduard: * 5.2.1858 Eger, † 11.7.1925 Wien. Beamter, Chormeister, Komponist. Vorehelicher Sohn des Bademeisters Rudolf G. und der Maria Anna Riesenfeld. Studierte Jus an der Univ. Wien und soll einige Zeit als Haushofmeister beschäftigt gewesen sein. Angaben zu seiner musikalischen Ausbildung fehlen, 1877 trat er bereits als Komponist hervor. 1879/80 Militärjahr. Ca. 1882 war G. Rechtspraktikant am Wiener Landesgericht, 1884 Anwalts-Konzipient in Klosterneuburg. Im selben Jahr dürfte er in die Dienste des Wiener Magistrats eingetreten sein, wo er 1904 zum Magistratsrat ernannt wurde; 1914 Pensionierung. Vielfältig war G.s Wirken in der Männerchorbewegung (Männergesang): 1876–80 gehörte er dem Wiener Akademischen Gesangverein an und 1892–1925 dem Wiener Männer-Gesangverein. Als Chormeister leitete er die Männergesangvereine von Klosterneuburg (1885–89), Döbling (Wien XIX; 1889–92), Brigittenau (Wien XX; ca. 1893?) sowie zehn Jahre die Währinger Liedertafel (Wien XVIII; 1894–1904). Er war 1904 Gründer und Chormeister der Währinger Tafelrunde und leitete nach deren Fusion mit der Währinger Liedertafel bis zuletzt den MGV Währing (Nachfolger: J. Lechthaler). 1901–17 fungierte er neben E. Reim bzw. C. Führich als 2. Chormeister des Gesangvereins österreichischer Eisenbahnbeamten [!] in Wien. Rund drei Monate vor seinem Tod gab es noch eine groß angelegte Feier anlässlich seines 40-jährigen Wirkens als Chormeister.


Gedenkstätten
Gedenkplakette 1909 (zum 25-jährigen Dienstjubiläum); Gedenkmedaille 1925 (zum 40-jährigen Chormeisterjubiläum).
Ehrungen
Ehrenmitglied des Wiener kaufmännischen Gesangvereins; Ehrensangwart der Währinger Tafelrunde; Ehrenmitglied des Gesangvereins österreichischer Eisenbahnbeamten in Wien 1917; Schubert-Medaille in Bronze des Wr. MGV 1925.
Werke
Männerchöre (Frühlingserwachen, Viel schöner Blümelein, Lied aus Bethlehem, Gebet, Meer), auch mit Orchesterbegleitung; Klaviermusik.
Schriften
Reiseführer für Sängerfahrten des Gesangvereins österreichischer Eisenbahnbeamten [!] in Wien.

Dessen Sohn Erich Oskar Josef (* 31.1.1884 Klosterneuburg, † 5.7.1913 Wien) war als Schauspieler tätig.


Literatur
V. Keldorfer in E. Bild (Hg.), [Fs.] Der Niederösterr. Sängerbund 1863–1913, 1913; [Fs.] Fünfzig Jahre Gesangverein österr. Eisenbahnbeamten [!] in Wien. 1879–1929, 1930; [Fs.] 100 Semester Akademischer Gesangverein in Wien 1858–1908, 1908, 219; R. Hofmann, Der Wr. MGV 1893, 610; Adametz (1943); Wr. Ztg. 20.12.1864, 915, 1.12.1904, 8, 3.2.1925, 6, 17.4.1925, 4; Dt. Kunst- u. Musik-Ztg. 5.9.1877, Musikbeilage, 3, 18.3.1886, 100, 1.11.1889, 255, 10.11.1892, 290, 15.12.1894, 308; NFP 20.12.1879, 6, 18.10.1917, Abendbl., 1; 14.7.1925, 7; Der Kyffhäuser 16.6.1889, 192; Das Vaterland 1.11.1894, Beilage, III; Die Lyra 15.12.1903, 11, 1.1.1906, 9; Neues Wr. Abendbl. 26.3.1904, 2; Dt. Volksbl. 1.5.1914, 11; Reichspost 9.6.1914, 9, 18.4.1925, 6, 6.5.1925, 5f, 8.12.1925, 11; Der Tag 14.7.1925, 7, 15.7.1925, 7; Taufbuch 1784–1820 der Pfarre Heinrichsgrün, fol. 84; Taufbuch 1855–61 der Pfarre Eger-St. Nikolaus, fol. 78; Sterbebuch 1859–65 der Pfarre Eger-St. Nikolaus, fol. 151; Trauungsbuch 1873–90 der Pfarre Klosterneuburg-St. Martin, fol. 99; Taufbuch 1879–85 der Pfarre Klosterneuburg-St. Martin, fol. 176; eigene Recherchen.

Autor*innen
Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
24.9.2020
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Göttl, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 24.9.2020, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003bda42
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
Eduard Göttl, Trotzköpfchen (Dt. Musik-Ztg. Musikbeilage 31 (1877), 3© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003bda42
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