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Pletzer, Pletzer, true Johann (Hans)
* 1858-01-066.1.1858 Mittersill/Sb, † 1918-12-088.12.1918 Salzburg. Fachlehrer, Chorleiter, Komponist. P. besuchte das Borromäum in Salzburg und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Musikfachlehrer und Chorleiter. Zunächst arbeitete er als provisorischer Unterlehrer, ab 1880 fest angestellt in Oberndorf/Sb an einer Volksschule. Im April 1882 gründete er die Liedertafel von Mattsee, als deren Chorleiter er fungierte. Die Konzerte der Liedertafel wurden von der Kritik sehr gelobt, ebenso auch P.s Soloauftritte als Tenorsänger und Pianist. 1883 legte er die Fachlehrerprüfung ab und wurde Lehrer am Stift Mattsee, wo er auch als Choralist tätig war; im selben Jahr heiratete er. 1884 zog P. zurück nach Mittersill, wo er als Lehrer wirkte und zum Schulleiter aufstieg. An der 1893 neu gegründeten Knaben-Bürgerschule in Salzburg bekam er eine Stelle als Gesangslehrer und Fachlehrer für Musik, später auch an der St. Andrä Mädchen-Bürgerschule. 1897 wurde er Ausschussmitglied im Cäcilien-Verein Salzburg (Cäcilianismus), zu deren Festivitäten häufig seine Werke unter seiner Leitung mit großem Beifall aufgeführt wurden. Im selben Jahr hielt er einen Vortrag über Reformen der Kirchenchöre und Kirchenmusik. Er übernahm außerdem die Leitung des Männergesangvereins „Harmonie“. 1898 leitete P. den neugegründeten Damengesangverein der Liedertafel Salzburg. 1900 bekam er die Stelle als Chorregent an der St. Andrä-Kirche in Salzburg. Später leitete er auch den Damenchor des Mozarteums Salzburg. 1908 wurde er zum Chormeister des Geselligkeitsklubs Sängerlust gewählt. Er starb an einer Lungenentzündung. Auch nach seinem Tod wurden seine kirchenmusikalischen Werke bis in die 1930er Jahre regelmäßig in der St. Andrä-Kirche aufgeführt.
Schriften
Fragmente aus einer Pinzgauer Chronik in Salzburger Volksbl. 17.5.1890, Beilage, 8, 31.5.1890, Beilage, 8.
Werke
Messen (Festmesse 1883), Motetten, acht deutsche Kirchenlieder, Männerchöre mit verschiedenen Besetzungen.
Literatur
A. Fischer (Hg.), Die Musikstätten Österreichs 1928, 54; Salzburger Chronik für Stadt und Land 12.7.1883, [2f], 6.12.1897, [1], 9.12.1918, 2, 9.11.1884, [2], 1.7.1893, [2], 25.7.1893, [3], 29.9.1894, [3], 16.2.1895, [3], 23.3.1895 [3], 11.4.1896, [3], 14.7.1897, [2], 17.7.1897, [3], 13.1.1900, [4], 26.2.1900, [3], 28.12.1908, 4, 9.12.1918, 2; Salzburger Volksbl. 29.5.1880, [3], 26.6.1882, [2], 3.4.1883, [3], 24.4.1883, [3], 9.10.1883, [3], 28.4.1884, [2], 19.1.1888, [3], 1.2.1889, [11], 18.2.1891, [2], 5.9.1896, [2], 13.11.1897, 18, 21.9.1898, 3, 12.11.1898, 2, 28.8.1902, 6, 25.9.1908, 7; Salzburger Wacht 6.3.1911, 4; (Neuigkeits) Welt-Bl. 10.6.1880, [23], 28.8.1893, [3]; Taufbuch der Pfarre Mittersill 1851–72, fol. 51; Sterbebuch der Dompfarre Salzburg 1916–29, fol. 73.

Autor(en)
Sophie Gneißl
Empfohlene Zitierweise
Sophie Gneißl, Art. „Pletzer, Johann (Hans)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 8.10.2021]