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Schenk, Schenk, true Johann Baptist
* 1753 -11-3030.11.1753 Wiener Neustadt/NÖ, † 1836 -12-2929.12.1836 Wien. Komponist, Musiklehrer. Erster Musikunterricht beim Wiener Neustädter Domsänger Antonio Tomaselli, danach als Sängerknabe in Baden bei Wien beim Regens chori A. Stoll. 1773 ging er nach Wien, wo er zunächst Schüler des Dompredigers Joseph Schneller und 1774–77 von G. Ch. Wagenseil wurde, der ihn u. a. nach den Gradus ad Parnassum von J. J. Fux unterrichtete. Nachdem sich Sch. zunächst auf Kirchenmusik konzentriert hatte (am 8.1.1778 führte Domkpm. L. Hoffmann eine Messe von Sch. im Stephansdom auf), wandte er sich 1780 der Theatermusik zu und wurde ein berühmter Singspielkomponist. Er komponierte auch Instrumentalmusik: u. a. Harfenkonzerte für die Virtuosin J. Müllner-Gollenhofer und Sinfonien, die z. T. bei Akademien von F. B. Ritter v. Keeß in Anwesenheit von Baron Go. van Swieten und J. Haydn aufgeführt wurden. 1794 weilte er auf den Gütern des Fürsten von Auersperg und komponierte für dessen Privatbühne zwei Singspiele. Sein größter Erfolg wurde das 1796 uraufgeführte Singspiel Der Dorfbarbier, vergleichbar etwa C. Ditters v. Dittersdorfs Doktor und Apotheker (1786), J. J. Haibels Tyroler Wastl (1796) oder F. Kauers Donauweibchen (1798). Sch. war mit Haydn, W. A. Mozart und Fr. Schubert bekannt. Ohne eine feste Stellung anzustreben (etwa als Kapellmeister), lebte er überwiegend vom Unterrichten. Zu seinen Schülern zählte – ohne Kenntnis des eigentlichen Lehrers J. Haydn – 1793/94 auch L. v. Beethoven.
Werke
12 erhaltene Singspiele (Der Schatzgräber, Die Weinlese, Die Weihnacht auf dem Lande, Im Finstern ist nicht gut tappen, Das unvermuthete Seefest, Das Singspiel ohne Titel, Der Erntekranz, oder Das Schnitterfest, Achmet u. Amalzine, Der Dorfbarbier [hg. v. R. Haas in DTÖ, 1927], Pantomime u. Singspiel f. K.in Maria Theresia, Die Jagd, Der Fassbinder), Kantaten (Die Schäferstunde, Das traute Stündchen der Liebe, Die Huldigung, Der Mai, Ariadne auf Naxos), Kirchenmusik (Messen, Litaneien, Stabat mater, Miserere, Motetten), Lieder, Chöre, Konzerte (3 f. Hf., 1 f. Kl., 1 f. Klar. u. Hr.), Andante f. Klar. u. Orch., Concertante f. Klar., V. u. Instrumentalbegleitung, 10 Sinfonien, Ouvertüre, Kammermusik (u. a. 6 Trios f. 2 V. u. Vc., 5 Streichquartette), Klavierwerke (Caprice pro Clavichord; Variation über ein Thema v. A. Diabelli in Vaterländischer Kunstverein 2 [ca. 1824]).
Schriften
Grundsätze des Generalbasses durch Beyspiele erläutert 1816 (Ms.); Autobiographische Skizze 1830 (Ms., veröff. in StMw 11 [1924]).
Literatur
NGroveD 22 (2001); NGroveDO 4 (1992); MGG 11 (1963); ÖBL 10 (1994); Erhart 1998; M. Takeishi in MusAu 12 (1993); M. Takeishi, Singspiele von J. B. Sch. 1996; E. Rosenfeld, J. B. Sch. als Opernkomponist, Diss. Wien 1921; F. Staub, J. B. Sch. 1900; F. K. Rieger, J. Sch. Ein Altmeister des dt. Singspiels 1944; J. Krämer, Dt.sprachiges Musiktheater im späten 18. Jh. 1998; Riemann 1961; Wurzbach 29 (1875); ADB 31 (1890); Czeike 5 (1997); EitnerQ 9 (1903); MGÖ 2 (1995); DBEM 2003. – Nachlass A-Wgm.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Schenk, Johann Baptist‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]