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Schwaighofer, Schwaighofer, true Severin
* --ca. 1640? Innsbruck?, † 1700 -11-1414.11.1700 Innsbruck. Organist, Hofkapellmeister, Komponist. Sohn von Georg Sch. († 1684), der 1630–84 Organist an der Stadtpfarrkirche in Innsbruck war. S. Sch. wurde 1660 mit einem Gehalt von 72 fl zum Hoforganisten berufen, 1666 bezog er bereits 200 fl und 1667 300 fl. 1676–1700 bekleidete er in der Nachfolge G. B. Vivianis das Amt des Hofkapellmeisters in Innsbruck, nachdem er sich 1672 erfolglos um die Stelle (nach A. Rainer) beworben hatte. 1693 widmete er dem Abt des Zisterzienserstiftes Stams Edmund Zo(t)z eine Messe, Verbindungen bestanden auch mit dem Kloster Neustift. Von Bedeutung ist Sch. jedoch v. a. als Komponist zahlreicher Innsbrucker Jesuitendramen (erstmals 1663). Bei seinem Tod folgte ihm N. Sorosina als Hofkapellmeister nach, seine Witwe Verena (geb. Straubhar, verh. seit 16.1.1667) verkaufte noch 1706 Noten aus dem Nachlass Sch.s an die Hofkapelle (darunter Eigenkompositionen Sch.s). Seine Tochter Maria Juliana (* 7.8.1674 Innsbruck, † 17.4.1758 Innsbruck) trat in das Innsbrucker Servitinnenkloster („Versperrtes Kloster“) ein und wird als gute Sopranistin, Violinistin und Organistin bezeichnet.
Werke
Kirchenmusik (Messen), Canzonen (s. Tbsp.) u. Toccaten f. Orgel, Musik zu mindestens 22 Jesuitendramen.
Literatur
Senn 1954; K. Drexel/M. Fink (Hg.), Musikgesch. Tirols 2 (2004); G. Zwanowetz, Das Jesuitentheater in Innsbruck und Hall, Diss. 1981; F. M. Weiss in L. Kačic (Hg.), [Kgr.-Ber.] Musik der geistlichen Orden in Mitteleuropa zwischen Tridentinum und Josephinismus. Trnava 1996, 1997 [M. J. Sch.]; F. M. Weiss in Innsbruck aktuell 9.–15.2.1988 [M. J. Sch.]; MGÖ 1 (1995); www.musikland-tirol.at/html/musikgeschichte/mg_index.html (6/2005).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Schwaighofer, Severin‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 15.5.2005]