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Alternatim
Von lat. a. = abwechselnd, in der musikpraktischen und -wissenschaftlichen Terminologie für unterschiedlichste Fälle (besonders der Kirchenmusik) verwendet, in denen „alternierend“ musiziert wird; z. B. Vorsänger – Gemeinschaft, Ein- und Mehrstimmigkeit, vokal – instrumental, nur jeder ungerade oder zweite Abschnitt eines Textes mehrstimmig u. ä. Gelegentlich ist eine exakte Feststellung schwierig oder auch gar nicht intendiert. Die größte Rolle kommt wohl der Orgel zu, deren Aufstieg in der Kirche beinahe nur so zu verstehen ist (P. Hofhaimer, N. Krombstorfer). In Österreich belegen dies z. B. Visitationsprotokolle der sog. Melker Reform (15. Jh.), nicht selten Beanstandungen der dadurch entstehenden Textverstümmelung. Die Anfänge sind in der entsprechenden Ausführung von Kyrie mit Wechsel von Choral und sog. früher Mehrstimmigkeit zu suchen, ebenso in Sätzen mit ein- und mehrstimmigen vokalen Abschnitten in den Trienter Codices. In der Geschichte der A.-Messe scheint H. Isaacs etwa 20 Beispielen eine besondere Rolle zuzukommen. Obwohl noch die barocke Versetten-Komposition eindeutig in dieser Tradition steht, kann das Prinzip nicht auf jegliche Instrumentalmusik in der Kirche (Kirchensonate, Sinfonien, Gradual- und Elevationsmusiken etc.) ausgedehnt werden.
Literatur
Riemann 1967; G. Reese, Music in the Renaissance 1954; Strohm 1993; A. Mielke, Untersuchungen zur A.-Orgelmesse 1996; MGÖ 1 (1995); MGG 1 (1949–51).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Alternatim‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]