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Eichler, Eichler, true Familie
Steirische Tanzlehrerfamilie; Tanzschulbesitzer in Graz bzw. Leibnitz und Klagenfurt, zählt zu den Wegbereitern der österreichisch-wienerischen Tanzschulszene.

Johann Friedrich: * 21.12.1778 Zielenzig bei Frankfurt a. d. Oder/D (Sulęcin/PL), † 29.2.1840 Salzburg. Tuchmacher und Tanzlehrer. Widmete sich ab 1796 dem Tanzlehrberuf und kam schließlich über zahlreiche Stationen (Görlitz/Schlesien, Roßwein/Sachsen, Budweis, Ried im Innkreis, Passau, Krems, Gmunden, Linz) um 1834 nach Salzburg.

Sein Sohn Eduard Georg: * 17.7.1805 Zielenzig bei Frankfurt a. d. Oder/D, † 13.2.1876 Graz. Begründer der steirischen Linie der Tanzlehrerfamilie. Ausbildung in Prag, ab 1835 „landständischer Tanzlehrer“ in Graz, trug den Titel „Prof. der Tanzkunst“, gab Tanzunterricht in seiner Wohnung am Hauptplatz und in der Sporgasse, prägte Tanzveranstaltungen in der Grazer Öffentlichkeit, führte 1841 die Quadrille in Graz ein. 1858 Besuch des Kongresses der Tanzlehrer in Paris (mit Tochter Amalie, * 1838 in Graz).


Schriften
Körperverkrümmungen 1852.
Werke
zahlreiche Tänze: u. a. Terpsichore. Neuer Ball- und Masken-Almanach (1840); Quadrille Styrienne (1846); Neuestes Arrangement der Reichs-Quadrille mit einer Variation der Schlussfigur (1859); Quadrille Française (1963).


Seine Tochter Christiane Wilhelmine: * 1810 Roßwein/Sachsen, † 20.4.1898 Graz. Fahrende Tanzlehrerin.

Eduard: * 25.8.1844 Graz, † 12.6.1912 Graz. Sohn von Eduard Georg E. Inhaber der „ersten Lehranstalt für ästhetische Körperbildung in Graz, Bürgergasse 3“, „Prof. der Tanzkunst und Anstandslehre“. Mitbegründer der Deutschen Akademie der Tanzlehrkunst zu Berlin, unterrichtete auch in Kroatien, Ungarn und in allen größeren Orten der Steiermark. Gilt als letzter Tanzmeister, der mit der Geige unterrichtete. Verfasste mehrere Tänze.


Werke
Quadrille Française (1882); Neue Menuett. [...] Original-Musik von Franz Rafael (1886).


Dessen Bruder Friedrich Karl: * 25.8.1853 Graz, † 17.4.1926 Graz. Inhaber der „Akademischen Bildungs-Anstalt für rhythmisch-schöne Körperbewegung (ästhetische Gymnastik) Tanz und Anstand“ in der Hans-Sachsgasse, lehrte auch an verschiedenen Schulen in Graz und der damaligen Untersteiermark.


Schriften
Reihen- oder Gegentanz 1900.


Dessen Frau Maria Magdalena (geb. Zlunka): * 13.4.1854, † 13.11.1910.

Von Eduard E. und Friedrich Karl E. führt die Entwicklung zu den heute (2001) noch bestehenden Tanzschulen der Familie: Tanzschule E.-Gehrlein in Graz und Leibnitz.

Ida: * 18.7.1878 Graz, † 30.8.1953 Graz. Tochter von Friedrich Karl E. Verheiratet mit Karl von Mirkowitsch. Als ehemaliger Offizier setzte sich Mirkowitsch, der 1919 die Tanzschule seines Schwiegervaters übernahm, v. a. für den Walzer ein und vertrat gegenüber dem Aufkommen der modernen Tänze eine eher konservative Linie. Die Tanzschule in der Bürgergasse war besonders bei den Akademikern beliebt. 1978–85 wurde die Tanzschule von Karl Mirkowitschs Tochter Friederike Fischbach-Mirkowitsch (* 1923) geführt.

Viktor: * 8.9.1889 Graz, † 6.8.1943 Graz. Sohn von Eduard E. Brachte Modetänze der Jh.wende aus Deutschland, England, Frankreich nach Graz, in den 1930er Jahren Aufenthalt in England, danach von der Académie de dance de France nach Paris berufen. 1927 Gründung des Amateur-Tanzsportklubs Blau-Orange, 1928 Tanzsportklub Eden, der heute (2001) als eigenständiger Club besteht. E. holte Turniere nach Graz, war Ballettmeister der Grazer Oper, verfasste zahlreiche Choreographien. Dessen Frau

Käthe (geb. Gehrlein): * 1.8.1889 Saarbrücken/D, † 18.5.1985. Übernahm die Tanzschule ihres Mannes, die bis 1983 unter dem Namen „E.-Gehrlein“ in der Sackstraße 16 bestand.

Dessen Tochter Käthe: * 6.8.1916 Graz. Leitete die Tanzschule „E.-Gehrlein“ in Graz. Nach 1983 ist sie weiter als Tanzsporttrainerin tätig.

Dessen Tochter Annemarie: * 4.10.1930 Graz. Begründet 1963 eine Niederlassung der Tanzschule „E.-Gehrlein“ in Leibnitz/St, die seit 1978 als selbständige Tanzschule besteht. Annemarie E. führt in späten 1970er Jahren die Internationalen Tanzsportwochen in der Steiermark ein und ist geprüfte internationale Tanzsporttrainerin.

Eduard Georg: * 27.4.1927 Graz. Sohn von Viktor E. gründete 1960 mit seiner Frau Paula (geb. Fauland, * 2.9.1937 Graz) die Tanzschule in Klagenfurt, Einsatz für den Tanzsport in Kärnten, Ausbildung von Tanzlehrern. Sohn Georg (* 27.12.1958 Graz) und Tochter Britta (* 9.12.1961 Klagenfurt) sind als Tanzlehrer und Trainer in der elterlichen Schule tätig.

Friedrich Alexander Eduard: * 25.5.1880 Graz, † 26.3.1936 Graz. Sohn von Friedrich Karl E. Als ehemaliger Major gründete er eine eigene Tanzschule, die v. a. bei Offiziersfamilien beliebt war und die sich in der Hofgasse, später in der Herrengasse (bis 1944) sowie in der Stempfergasse befand. Seine Frau Paula (geb. Strauss; * 12.11.1891 Graz, † 4.2.1977) führte die Tanzschule bis 1958. Dessen Sohn

Manfred: * 10.1.1925 Graz. Gründete 1947 eine eigene Schule in der Jakominigasse 5. Nach 1972 war er in der gesamten Steiermark als „reisender“ Tanzlehrer tätig. M. E. war in Graz der 1. geprüfte Tanzlehrer der Nachkriegszeit, brachte die Lateinamerikanischen Tänze wie z. B. Rumba, Mambo, Chacha nach Graz und vertrat gegenüber den anderen Grazer Tanzschulen eine ausgesprochen moderne Linie, er veranstaltete Turniere und Bälle mit Live-Musik in allen größeren Städten der Steiermark, wirkte als Tanztrainer in diversen Tanzsportclubs. Gemeinsam mit seiner Frau Luise (geb. Reindl; * 1933) führte er die Tanzschule bis 1988, die dann von seiner Tochter Claudia (* 27.5.1966) übernommen wurde. Claudia E. setzt seit frühester Jugend die Tradition ihrer Familie fort. Sie führt ihr Kursangebot (Welttanzprogramm) in Graz und in der gesamten Steiermark durch und ist auf die Gestaltung von Bällen spezialisiert. Moderne Einflüsse wie Hip Hop, Videoclips etc. werden in die Kursprogramme ebenso einbezogen wie beispielsweise Volkstänze.


Literatur
StMl 1962–66; hs. Materialien der Familie Manfred E., Graz; mündliche und schriftliche Auskünfte der Familien Manfred E., Graz und Eduard Georg E., Klagenfurt.

Autor(en)
Ingeborg Harer
Empfohlene Zitierweise
Ingeborg Harer, Art. „Eichler, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]