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Heinefetter, Heinefetter, true Schwestern
Sängerinnen

Sabine: * 19.8.1809 Mainz/D, † 18.11.1872 Ilmenau/D (Irrenanstalt). Sängerin (Sopran/Mezzosopran). Nach ihrem Debüt 1824 in Frankfurt a. M./D sollte sie über Vermittlung von L. Spohr einen lebenslangen Vertrag mit dem Haus in Kassel/D eingehen, floh jedoch 1829 nach Paris. Hier sang sie bis 1842 am Théâtre Italien (unterbrochen von glanzvollen Gastspielen in Mailand, Wien und Danzig) und erlebte den Höhepunkt ihrer Karriere. 1846 trat S. H. in Marseilles auf, heiratete bald darauf und scheint um 1856 von der Bühne abgetreten zu sein. Da sich Anzeichen einer Geisteskrankheit bemerkbar machten, kehrte sie 1872 nach Deutschland zurück. S. H. wurde v. a. wegen ihres großen Tonumfanges und ihrer Gesangstechnik gerühmt.

Clara Maria Stöckl-H.: * 7.9.1813 Mainz, † 23.2.1857 Wien. Sängerin (Sopran). Nach der Ausbildung mit ihrer Schwester Sabine ging C. St.-H. für abschließende Studien nach Wien zu G. Ciccimarra und 1829 zu Maria Malibran nach Paris. 1831 debütierte sie am Kärntnertortheater, an dem sie mehrer Jahre unter Vertrag stand (1836–39 und 1845–47). Ab 1840 sang sie auch in London (St. James Theatre und Covent Garden); 1850 zog sie sich von der Bühne zurück, nachdem sie nach der Geburt eines Kindes die Stimme verloren hatte; wegen einer Nervenkrankheit musste sie 1855 in die Irrenanstalt Döbling eingewiesen werden. C. St.-H. wurde von den Zeitgenossen v. a. wegen ihres „süßen Tones“ gepriesen. 1837 hatte sie den Tänzer und Theaterdirektor F. X. Stöckl geheiratet und nannte sich seither C. St.-H.

Eva: * ca. 1810 (Ort ?), † ?. Sängerin (Sopran). 1823/24 an der Frankfurter Oper als Choristin tätig, wurde sie an diesem Haus zur Solistin ausgebildet. 1826 trat sie gemeinsam mit ihrer Schwester S. H. in Kassel auf. Sie sang in der Folge vorwiegend an deutschen Häusern (Breslau [Wrocław/PL], Mannheim, Düsseldorf, Stettin [Szczecin/PL]); 1844/45 war sie Mitglied der Truppe um Wilhelm Böttner, beendete jedoch im folgenden Jahr ihre Bühnenkarriere.

Kathinka: * 12.9.1819 Mainz, † 20.12.1858 Freiburg im Br./D. Sängerin (Sopran). K. wurde durch ihre Schwester Sabine ausgebildet und debütierte 1837 in Frankfurt a. M. Ab 1840 war sie in Paris engagiert (Théâtre de la Monnaie, Grande Opéra), doch wurde ihre Karriere 1842 durch einen Skandal kurzfristig unterbrochen (einer ihrer Liebhaber ermordete einen Rivalen in ihrem Appartement). In Hamburg, Budapest, Berlin und Wien konnte sie jedoch an die Pariser Erfolge anschließen; wenige Monate vor ihrem Tod trat sie 1858 von der Bühne ab. Zwei weitere Schwestern,

Nanette (* ?, † ?) und Fatime H.-Miclowitsch (* ?, † ?) waren ebenfalls Opernsängerinnen. Fatime trat 1838/39 an der Wiener Hofoper auf, 1839/40 am Deutschen Theater in Budapest und 1841/42 in Linz, scheint sich jedoch dann von der Bühne zurückgezogen zu haben.


Literatur
NGroveD 11 (2001); K-R 1997 u. 2000; NGroveDO 2 (1992); Czeike 3 (1994); ÖBL 2 (1959) [Clara H.]; Wurzbach 8 (1862) [Clara H.].

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Heinefetter, Schwestern‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 02/07/2003]