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Herbeck, Herbeck, true Johann Ritter von
* 1831-12-2525.12.1831 Wien, † 1877-10-2828.10.1877 Wien. Dirigent, Theaterdirektor und Komponist. Musikausbildung genoss er als Sängerknabe im Stift Heiligenkreuz und 1845/46, jeweils im Sommer, bei L. Rotter in Wien, ansonsten war er Autodidakt, studierte 1847–52 zunächst Philosophie, dann Jus an der Univ. Wien (ohne Abschluss) und wirkte 1852/53 als Chordirektor bei den Piaristen, 1856–66 als Chormeister des Wiener Männergesang-Vereins. 1858/59 war er Prof. für Gesang am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, leitete – seit dessen Gründung 1858 – bis 1869/70 deren Singverein (zunächst Chormeister, seit 1859/60 Konzertdirektor) sowie 1859/60 bis 30.4.1870 und (als Nachfolger von J. Brahms) 1875/76 und 1876/77 ihre Gesellschaftskonzerte. 1866 erfolgte die Ernennung zum 1. Hofkapellmeister, 1869/70 wirkte H. an der künstlerischen Leitung der Hofoper mit, vom 19.12.1870 bis zu seinem Rücktritt am 30.4.1875 war er deren Direktor. In der Hofmusikkapelle leitete H. 1865 die UA der gerade entdeckten „Unvollendeten“ Fr. Schuberts. H. gilt als besonderer Förderer A. Bruckners, für dessen Berufung an das Wiener Konservatorium er sich einsetzte. H. war maßgeblich an der Reorganisation des Wiener Konzertwesens beteiligt. H.s Nachlass befindet sich in der Musiksammlung der ÖNB.
Gedenkstätten
Ehrengrab, Wien, Zentralfriedhof; H.strasse (Wien XVIII); Gedenkstein Pörtschach (s. Abb.).
Ehrungen
Orden der Eisernen Krone III. Klasse; Ehrenmitglied des Wiener Männergesang-Vereins und der Ges. der Musikfreunde in Wien 1871; der Singverein verleiht die 1899 gestiftete H.-Medaille für 25-jährige Mitgliedschaft.
Werke
6 Messen und kleinere Kirchenmusikwerke; Musik zu J. W. v. Goethes Faust, F. v. Schillers Wallensteins Lager, F. Grillparzers Libussa; 4 Symphonien u. andere Orch.-Werke; 3 Streichquartette; zahlr. Männerchöre und Lieder.
Literatur
J. Braun, J. R. v. H. u. das Wiener Hofoperntheater 1976; K. Pfannhauser in [Fs.] 125 Jahre Wiener Männergesang-Verein 1968; L. Herbeck, J. v. H. Ein Lebensbild 1885; NGroveD 11 (2001); BrucknerH 1996; Czeike 3 (1994); ÖBL 2 (1959); R. v. Perger/R. Hirschfeld, Gesch. der k.k. GdM 1912; MGG 6 (1957, mit WV); F-A 1936; MGÖ 3 (1995).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Herbeck, Johann Ritter von‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]