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Kleiber, Kleiber, Erich: Familie
Erich: * 1890 -08-055.8.1890 Wien, † 1956 -01-2727.1.1956 Zürich/CH. Dirigent. Ausbildung zum Geiger, ab 1908 Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Prag, in dieser Zeit auch Kompositionsversuche. 1911 Engagement als Chordirigent am Deutschen Theater Prag, 1912–19 Kapellmeister in Darmstadt/D, 1923 Berufung zum Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper. Die Stellung gab er jedoch 1934 aus politischen Gründen auf. Nach 20-jähriger Emigration (Exil) in Buenos Aires, wo er am Teatro Colón 1937–49 das deutsche Repertoire leitete, kehrte K. nach drei Jahren mit Arbeitsschwerpunkt in London (1950–53) 1954 wiederum als Chefdirigent an die nunmehr in der DDR gelegene Berliner Staatsoper zurück, demissionierte jedoch bereits einige Monate später neuerlich, wohl wiederum aus Opposition zu den herrschenden politischen Verhältnissen.

Den Höhepunkt in K.s Karriere bildete zweifellos die UA von Alban Bergs Wozzeck 1925 in Berlin, bei den New Yorker (1931) und Londoner (1952) EA.en dieses Werks stand K. ebenfalls am Dirigentenpult. Seine so sensible wie unsentimentale Affinität zur spezifischen Wiener Musiziertradition – so hörte der junge E. K. noch G. Mahlers maßstabsetzende Interpretationen an der Wiener Hofoper – ist v. a. in den zu Klassikern gewordenen Schallplatteneinspielungen von Der Rosenkavalier, Le nozze di Figaro sowie sämtlicher Beethoven-Symphonien dokumentiert.


Gedenkstätten
Gedenktafel am Geburtshaus Kettenbrückengasse 3 (Wien V).
Literatur
NGroveD 10 (1980); R. Fath in Reclams Lex. der Opernwelt 3 (1998); DirigentenE 1985; I. Russel, E. K. – A Memoir 1957.


Sein Sohn Carlos: * 3.7.1930 Berlin, † 13.7.2004 Konjsica/SLO. Dirigent. Nach der Emigration seiner Eltern Kindheit in Buenos Aires. Nach der Rückkehr nach Europa Aufnahme eines Chemiestudiums sowie gegen den ausdrücklichen Willen des Vaters Fortsetzung der Ausbildung zum Dirigenten. Debüt 1954 am Münchner Gärtnerplatztheater, 1954 Kapellmeister in Potsdam/D, 1956–64 an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf/Duisburg, 1964–66 in Zürich, 1968–72 in Stuttgart/D, danach freiwillige Beendigung aller leitenden Verpflichtungen. 1973 an der Wiener Staatsoper sowie 1974 in Bayreuth. 1985 Abschluss eines 5-jährigen Gastvertrags mit der Wiener Staatsoper. Seit dieser Zeit nur durch seltene Konzerte unterbrochener, sukzessiver Rückzug aus dem internationalen Konzertleben.

K.s Interpretationsstil ist von philologischer Akribie, v. a. aber von glühender Ekstatik gekennzeichnet, was seiner als schwierig geltenden und oftmals zu spontanen Absagen neigenden Person geradezu exzeptionelle, ja kultische Verehrung einbrachte. Seine wenigen mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Schallplatten- und CD-Aufnahmen genießen internationalen Referenzstatus.


Literatur
R. Fath in Reclams Lex. der Opernwelt 3 (1998); DirigentenE 1985; Der Standard 20.7.2004.

Autor(en)
Harald Haslmayr
Empfohlene Zitierweise
Harald Haslmayr, Art. „Kleiber, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN
Erich Kleiber
Erich Kleiber
Erich Kleiber während einer Probe© Bildarchiv Austria, ÖNB
Erich Kleiber während einer Probe  © Bildarchiv Austria, ÖNB

GND
Kleiber, Erich
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Kleiber, Carlos
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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