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Mayer, Mayer, true Familie
Vorarlberger Orgelbauer

Johann Georg: * 23.4.1845 (Schelklingen-)Hütten bei Ehingen/D, † 7.12.1894 Altenstadt bei Feldkirch/V. Orgelbauer. Erlernte den Orgelbau bei Alois Späth (Ennetach-Mengen/D) und arbeitete anschließend u. a. bei Ferdinand Benz (Rottweil/D, bis 1867), Wilhelm Blessing (Esslingen/D, ab 1868) und als Geschäftsführer bei dessen Nachfolger H. C. Branmann (ab 1870). Nachdem er die Branmann-Orgel für die Kapelle der „Stella matutina“ zu Feldkirch aufgestellt hatte (1871; in der M.-Werkliste als op. 1 genannt), gründete er in Feldkirch ein eigenes Geschäft (Januar 1872), dem bald darauf sein Bruder Johann Baptist beitrat („Gebrüder M.“). 1892 erfolgte die Übersiedelung nach Altenstadt (ab 1926 Feldkirch-Altenstadt). Sämtliche Instrumente (bis op. 51, Möggers/CH, 1895 vom Sohn Albert und dessen Onkel Richard Bender fertiggestellt) wurden nach dem System der mechanischen Kegellade erbaut.


Werke
Wien, Weltausstellung, 1873; Bludenz, 1875; Bregenz, Abtei Mehrerau, 1881; (Meran-)Untermais/Südtirol, 1884; Trient (Trento/I), Seminarkirche, 1888; Frastanz/V, 1889; Feldkirch, St. Nikolaus, 1890; Domat-Ems, Graubünden/CH, 1894.


Sein Bruder Johann Baptist: * ca. 1847 Hütten, † 25.2.1877 Linz. Er arbeitete 1871/72 bei G. F. Steinmeyer & Co. (Oettingen), war 1872–74 Teilhaber bei seinem Bruder und gründete anschließend einen Zweigbetrieb in Linz, wo er Holzregister herstellte und 1876 eine Orgel für Prambachkirchen/OÖ (op. 9 der Firmen-Werkliste) erbaute. Sein Sohn

Georg Albert Jacob (Albert sen.): * 19.2.1875 Feldkirch, † 8.12.1968 Feldkirch-Altenstadt. Da er beim Tod seines Vaters erst 19 Jahre alt war, wurde er zunächst von Werkführern unterstützt: Richard Bender (1895–1900), Carl Franz Schäfer (1900–14), Václav Polácek (1901–05, als zweiter Werkführer). 1898 wurde in Buchs/CH ein Schweizer Filialbetrieb eingerichtet (1952 aufgelassen). Der Übergang auf die Röhrenpneumatik erfolgte bereits mit op. 52 (1895) für die Gymnasialkapelle Meran. Das bevorzugte System war die Kegellade mit Hebebälgen und „fliegenden Stahlwellen“; daneben wurden später auch die pneumatische Kegellade mit Hebemembranen und (seltener) die Taschenlade angewandt. In der Zeit vor 1914 reichte das Arbeitsgebiet von der Schweiz bis nach Dalmatien.


Werke
Bozen, Stadtpfarrkirche, 1896; Arco, Trentino/I, Collegiata, 1898; Brixen, Dom, 1898; Zara (Zadar)/HR, Dom, 1900; Meran, Stadtpfarrkirche, 1906; Cattaro (Kotor, Montenegro/YU), Dom, 1907; Sterzing, 1911; Melchthal/CH, 1928; Bregenz-Vorkloster, 1931; Feldkirch, Stella matutina, 1937.


Dessen Sohn Georg Albert Josef (Albert jun.): * 2.11.1905 Altenstadt, † 26.10.1984 Feldkirch. Führte ab 1950 den Betrieb seines Vaters Albert sen. fort, konnte neben einigen Umbauarbeiten jedoch nur wenige Neubauten durchführen.


Werke
Bludenz, Herz Mariä, 1950.


Dessen Sohn Gerhard: * 5.1.1947 Feldkirch. Nach Tätigkeiten bei Rieger-Orgelbau (Schwarzach/V) und Orgelbau Späth (Rapperswil/CH) übernahm er 1975 die väterliche Werkstatt. Unter seiner Mitwirkung war bereits 1971 die erste Schleifladen-Orgel der Firma (Feldkirch-Levis) erbaut worden. In seinen Prospekten sucht er einen zeitgenössischen Stil zu verwirklichen.


Werke
Feldkirch-Altenstadt, 1982; St. Rochus (Wien III), 1991; Kirchberg-Thening/OÖ, evangelische Kirche, 1994; Vils/T, 1995; St. Anton im Montafon/V, 1999.
Literatur
Th. Sch. in Der Kirchenchor 25 (1895); Orgel-Catalog Gebrüder M., Orgelbauanstalt. Feldkirch, Vorarlberg, Buchs, Ct. St. Gallen 1904; H. Nadler, Orgelbau in Vorarlberg und Liechtenstein 4 [1986]; P. Sonderegger, Orgelbau Gebrüder M., Feldkirch-Altenstadt, 1872–1992, Dipl.arb. Wien 1992; P. Sonderegger in Institutum Musices Feldkirchense. Annales 3 (2003); www.musikland-tirol.at/orgeln/ob/Mayer-Gebr.html (4/2004).

Autor(en)
Alfred Reichling
Empfohlene Zitierweise
Alfred Reichling, Art. „Mayer, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]