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Reicha Reicha true (Rejcha), Anton (Antonín, Antoine) Josef
* 1770 -02-2626.2.1770 Prag, 1836 -05-2828.5.1836 Paris. Komponist, Musiktheoretiker und -lehrer. Schüler seines Onkels Matěj Joseph R. (eig. Rejcha; 1752–95) in Oettingen/D, wo dieser als Violoncellist der Wallensteinschen Kapelle tätig war. 1785 wurde J. R. Violoncellist und Kapellmeister der Hofkapelle des Kölner Kurfürsten in Bonn, wo auch A. R. eine Anstellung als Geiger und Flötist fand (L. v. Beethoven wirkte dort als Bratschist); in Bonn traf R. erstmals auf J. Haydn. 1794–99 Musiklehrer in Hamburg/D, ab 1799 in Paris, 1802–08 in Wien, hier Wiederbegegnung mit J. Haydn (widmete diesem seine 36 Fugues pour le piano d’après un nouveau système) und Beethoven, Kompositionsunterricht bei J. G. Albrechtsberger und A. Salieri. Er schrieb auf Ersuchen von K.in Maria Theresia (II.) die Oper Argine, regina di Granata, welche bei Hof privat aufgeführt wurde (mit der Kaiserin als Sängerin). 1806 kurze Zeit in Leipzig/D, wo er sich vergeblich bemühte, die in Wien von der Zensur Napoleons untersagte Aufführung der Kantate Léonore doch noch aufführen zu können. in Wien komponierte er zahlreiche kammermusikalische Werke und war v. a. als Theorielehrer gefragt; ab 1808 wieder in Paris, ab 1818 Prof. für Komposition am Conservatoire (besonders angesehen sein Kontrapunktunterricht). Zu seinen Schülern zählten u. a. F. Liszt, Charles Gounod, Hector Berlioz und César Franck. Von seinen Kompositionen gehören besonders die 24 Bläserquintette zum Standardrepertoire für diese Besetzung. Seine theoretischen Schriften haben weite Verbreitung gefunden.
Ehrungen
Ritter der frz. Ehrenlegion 1831; Mitglied des Institut de France 1835.
Werke
Symphonien, Ouvertüren, Konzerte (f. versch. Instrumente, auch für Glasharmonika), Kammermusik (darunter 24 Bläserquintette, Oktett u. Dezett f. Str. u. Bläser), Klavierwerke, Kantaten, Opern, Kirchenmusik.
Schriften
Études ou théories pour le Pianoforte 1800; Practische Beispiele. Ein Beitrag zur Geistescultur des Tonsetzers […] begleitet mit philosophisch-practischen Anmerkungen 1803; Traité de mélodie 1814 (21832, 111911, auch it.); Cours de composition musicale, ou Traité complet et raisonné d’harmonie pratique 1816–18 (auch it. u. engl.); Traité de haute composition musicale, 2 Bde. 1824–26 (auch it., engl., ins Dt. übersetzt, um den Traité de mélodie und den Cours de composition ergänzt sowie um eigene Beethoven-Analysen erweitert von C. Czerny als Vollständiges Lehrbuch der musikalischen Composition, 4 Bde. [1832]); Art du compositeur dramatique, ou Cours complet de composition vocale, 4 Bde. 1833 (dt. v. C. Czerny als Die Kunst der dramatischen Composition, 6 Bde. 1835).
Literatur
E. Bücken, A. R. Sein Leben u. seine Kompositionen, Diss. München 1912; M. Emmanuel, A. R. 1937; M. Nedbal, A. Rejcha jako pedagog a teoretik [A. R. als Pädagoge u. Theoretiker], Diss. Prag 1952; N. H. Magee, A. R. as Theorist, Diss. Univ. of Iowa 1977; O. Šotolová, Antonín Rejcha 1977 (engl. 1990) [mit WV]; NGroveD 21 (2001) [mit WV]; MGG 11 (1963) u. 16 (1979); Riemann 1961; ÖBL 9 (1988); E. Bücken in Die Musik 12 (1913); LdM 2000 [J. R.]; Suppan 1994.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Reicha (Rejcha), Anton (Antonín, Antoine) Josef‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]