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Schubert, Schubert, Ferdinand Brüder
Ferdinand Lukas: * 1794 -10-1818.10.1794 Himmelpfortgrund (heute Wien IX), † 1859 -02-2626.2.1859 Wieden (heute Wien IV). Lehrer, Komponist, Organist und Dirigent. 10. Kind (zweiter überlebender Sohn) des Schulmeisters Franz Theodor (1763–1830) und von Elisabeth, geb. Vietz (1756–1812). Seinen ersten Violinunterricht erhielt Ferd. vom Vater, im Klavierspiel wurde er von seinem älteren Bruder Ignaz (1785–1844) unterrichtet. Gesangsunterricht wurde ihm von M. Holzer, Unterweisungen im Orgelspiel, im Generalbass und in der Komposition von J. Drechsler erteilt. Nach dem Besuch der Normal-Hauptschule bei St. Anna wurde er zunächst Lehrergehilfe bei seinem Vater, ab 1810 dann an der Hauptschule des k. k. Waisenhauses, wo man ihn 1816 zum wirklichen Lehrer bestellte. 1820 übernahm er die Leitung der Pfarrschule in Altlerchenfeld (Wien VII) und betätigte sich dort auch als Organist und Regens chori. Seine Bewerbung um die Stelle eines Hoforganisten 1822 blieb ohne Erfolg. 1824 wurde er Lehrer an der von ihm seinerzeit besuchten Normal-Hauptschule bei St. Anna, deren Leitung er 1851 übernahm. Als passionierter Lehrer verfasste er zahlreiche pädagogische Werke, die z. T. mehrere Auflagen erlebten. Neben seiner schulischen Lehrtätigkeit übte er ab 1838 auch eine Honorar-Professur für Orgelspiel am Konservatorium der GdM aus und bekleidete mehrere Funktionen im öffentlichen Musikleben. Seine rund 100 Kompositionen, denen die Zeitgenossen „Originalität in der Conception, melodiösen Geist und Herz ansprechende Durchführung“ zubilligten, sind großteils für den kirchenmusikalischen Gebrauch bestimmt. Bleibende Bedeutung erlangte er als Mentor und Nachlassverwalter seines Bruders Franz, der in seiner Wohnung in der Kettenbrückengasse (Wien IV) verstarb. Ferd. kopierte und propagierte dessen Werke, legte Verzeichnisse an und sorgte für die Publikation von unveröffentlichten Kompositionen. Außerdem fertigte er rund 60 Arrangements von Werken seines Bruders an und setzte sich mehrfach als Dirigent für dessen Schaffen ein. In seinen eigenen Kompositionen erlaubte er sich häufig Entlehnungen aus den Werken seines Bruders; gelegentlich gab er diese auch als seine eigenen aus (so etwa die Kantate Namensfeier für Franz Michael Vierthaler, D 294, und das Deutsche Requiem in g, D 621).
Ehrungen
Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1855.
Schriften
Alle gebräuchlichen Musik-Instrumente (s. Abb.); weitere pädagogische Werke (u. a. Der kleine fleißige Kopfrechner 1830; Der kleine Stereometer 1832, Der kleine Geograph, 2 Bde. 1833; Der kleine Stylist 1852).
Werke
Messen; Requiem; kleine Kirchenmusikwerke; Singspiele; Chöre; Lieder; Arrangements von Werken Fr. Schuberts.
Literatur
Deutsch, Schubert Erinnerungen 1957; Deutsch, Schubert Dokumente 1980; E. Hilmar in F. Grasberger/O. Wessely (Hg.), Schubert-Studien 1978; R. van Hoorickx in Schubert durch die Brille 3 (1989); R. van Hoorickx in ÖMZ 45 (1990); Weinmann 1/4 (1986); SchubertL 1997; ÖBL 11 (1999); MGG 12 (1965); NGroveD 22 (2001).

Autor(en)
Walburga Litschauer
Empfohlene Zitierweise
Walburga Litschauer, Art. „Schubert, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11/06/2012]