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Seiz (Seitz, deutsch für slowenisch Žiče)
Älteste Kartause außerhalb von Frankreich und Italien, eine Gründung des steirischen Markgrafen Ottokar V. und direkt aus der Grande-Chartreuse bei Grenoble/F besiedelt (um 1160). Kam im späten Mittelalter zu hohem Ansehen (besiedelte u. a. Mauerbach), nach dem Niedergang als Folge der Reformation und einem gewissen Wiederaufstieg in der Barockzeit wurde sie 1782 durch K. Joseph II. aufgehoben. Dabei wurden die Handschriften die UB Graz übertragen. Darunter befinden sich Gradual-Fragmente aus dem 13./14. Jh., als wohl älteste Kartäuser-Handschrift überhaupt das Antiphonale 273 (frz. Herkunft, um 1250), v. a. aber zahlreiche Handschriften aus dem 15. Jh. (d. i. nach der Wiedervereinigung des Ordens von 1410), welche die Bedeutung der S.er Schreiber für den Orden belegen. Als eine gewisse Parallele zu dem Grazer Antiphonale 273 kann ein Kartäuser-Graduale in der UB Laibach (Ms. 22, 13. Jh.) angesehen werden, dessen Herkunft nicht geklärt ist. Die Gebäude von S. nahe Špitalič/SLO waren bis vor Kurzem dem Verfall preisgegeben.
Literatur
R. Flotzinger in J. Snoj (Hg.), [Kgr.-Ber.] Medieval Music in Slovenia and its European Connections. Ljubljana 1997, 1998; J. Snoj, Medieval Music Codices 1997, 42–44 [m. Abb.].

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Seiz (Seitz, deutsch für slowenisch Žiče)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]