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Stubenmusik
Besetzungsgattung der „alpenländischen“ (Österreich, Bayern, Südtirol) Volksmusik (Alpenmusik), die sich durch den intimen Klang der darin vorkommenden Musikinstrumente von lautstärkeren Tanzmusikbesetzungen unterscheidet. Stube ist die Bezeichnung für den zentralen, beheizbaren Wohnraum im „alpenländischen“ Bauernhaus und erweckt Assoziationen zu gemütlichen Treffen im Kreis von Familie und Nachbarschaft. Tatsächlich ist das erste diesbezügliche Ensemble, das aus Zither, chromatischem Hackbrett, Harfe, Gitarre und Bassgeige (Kontrabass) bestand, erst 1953 spontan aus der Notwendigkeit eines Rundfunkauftrittes des Salzburger Musikanten Tobi Reiser mit seinem Ensemble in Stuttgart/D kreiert worden. Die Besetzungsgattung, für die in der Anfangszeit auch die Bezeichnung Soatenmusi, Hackbrettquintett, Salzburger Harfenquintett und Tobi-Reiser-Quintett üblich war, hat sich als außerordentlich brauchbar und produktiv erwiesen und existiert heute (2014) in der sog. alpenländischen Volksmusik in zahllosen Varianten. Sie begleitet charakteristischerweise die immer stärkere Verlagerung der Volksmusikpflege auf konzertante Darbietungsformen.
Literatur
W. Deutsch in R. Pietsch (Hg.), Die Volksmusik im Lande Salzburg 2 (1990); W. Deutsch, Tobi Reiser. 1907–1974. Eine Dokumentation 1997.

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Stubenmusik‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/01/2005]