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Wernher der Gartenaere
* ?,
† ?.
Künstlername eines Fahrenden aus dem bayerisch-österreichischen Grenzgebiet
(eventuell Innviertel, Traunviertel). Autor der mittelhochdeutschen Versnovelle Helmbrecht, die ca. zwischen 1250/80 entstanden ist. Die Dichtung hat den Weg Helmbrechts, des Sohnes eines wohlhabenden Meiers (Bauer, der für den adeligen Grundherren arbeitete und auch Verwalter war), zum Thema, der mit diesem Leben nicht mehr zufrieden ist und Ritter werden will. Entgegen den Warnungen seines Vaters führt der Weg zum Raubrittertum. H. wollte die „gottgewollte“ Standesordnung verlassen und wird zum Schluss von den geknechteten Bauern gehängt. Der Autor glänzt durch eine überlegte Konzeption und durch eine Sprachbeherrschung, die auf eine gute Literaturkenntnis (Artusroman, Neidhart) schließen lässt. Der Text dürfte aber für höfische, an Literatur interessierte Adelige geschrieben worden sein, die ja in der Zeit des Interregnums zwischen dem Tod des letzten Babenbergers Friedrich II. und der Wahl Rudolfs von Habsburg (1273) bedrohliche Zeiten erlebt haben.Lit: F. P. Knapp,
Die Lit. des Früh- u. Hochmittelalters in den Bistümern Passau, Salzburg, Brixen u. Trient von den Anfängen bis 1273
, 1994, 350–356; Verfasserlex. 10 (21999).
FVS
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/10/11 13:25:57 ]
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