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Blümml, Blümml, true Emil Karl (Pseud. Flosculus, Emilius Carolus, Karl Giglleithner)
* 1881-10-2525.10.1881 [ÖBL: 1885] Wien, † 1925-04-2626.4.1925 Wien. Germanist, Volksliedsammler und -forscher, Lokalhistoriker. Besuchte die Volksschule in Weinhaus (Wien XVIII) und die Realschule in Währing (Wien XVIII), an der er 1900 die Externistenmatura ablegte. 1900–09 Studium der Germanistik an der Univ. Wien. Nach der 1909 abgelegten Ergänzungsprüfung für „Latein und philosophische Propädeutik“ wurde B. zum Doktorat zugelassen (Promotion 1910). 1901–07 unterstützte er gemeinsam mit J. Pommer die Redaktion der Zeitschrift Das deutsche Volkslied. 1904 Übergangsleiter des Akademischen Vereins der Germanisten an der Universität Wien. 1905–10 Schriftführer in den Volksliedarbeitsausschüssen für Niederösterreich und Steiermark. B. verfasste als Sechzehnjähriger Aufsätze für Fachzeitschriften über Insekten, ab 1900 vermehrt volkskundliche Beiträge und ab 1901 Beiträge zur Volksliedforschung (Volksmusikforschung). Er forschte und publizierte auch zu erotischen Volksliedern und wurde dafür Zeit seines Lebens angefeindet. Für die Mozartforschung leistete B. ebenfalls mehrere Beiträge. Er war ein Freund von F. S. Krauss und gab mit ihm 1906 die Ausseer und Ischler Schnaderhüpfel (Gstanzl) heraus. 1908–12 eigene Publikationsreihe Quellen und Forschungen zur deutschen Volkskunde. Mit F. F. Kohl und J. Reiter verfasste er 1910 Volksliedbewegung in Deutschösterreich, eine Streitschrift gegen J. Pommer. Seine Freundschaft zu Gustav Gugitz veranlasste B., sich mit der Wiener Lokalgeschichte zu befassen (Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Währinger Heimatkunde). Etliche Arbeiten blieben unvollständig. B. verunglückte beim Aufspringen auf einen fahrenden Straßenbahnwaggon tödlich. Große Konvolute aus seiner Privatbibliothek wurden von G. Kotek und R. Zoder ersteigert und ihren eigenen Sammlungen einverleibt.
Gedenkstätten
Ehrenhalber gewidmetes Grab am Friedhof Gersthof (Wien XVIII, seit 1968).
Schriften
(Auswahl:) (Hg.) Erotische Volkslieder aus Deutsch-Österreich mit Singnoten 1906; (Hg. gem. m. Joseph Latzenhofer) Dt.e Schwänke des 16. Jh.s 1906, 1907; (Hg.) Ausseer und Ischler Schnaderhüpfel 1906; (Hg.) Schamperlieder, dt.e Volkslieder des 16.–19. Jh.s 1908; (Hg.) Aus den Liederhss. des Studenten Clodius 1669, und des Fräuleins von Crailsheim, 1747–49, 1908; (Hg.) Schottkys Volksliedernachlaß 1912; P. Jannet, Die sechzehnte Ehefreude. Eine Satire auf die fünfzehn Freuden der Ehe (Übersetzung aus dem Französischen gem. m. J. Latzenhofer) 1909; gem. m. F. F. Kohl u. J. Reiter, Die Volksliedbewegung in Deutschösterreich 1910; (Hg.) Ludwig Uhlands Sammelbd. fliegender Bll. aus der zweiten Hälfte des 16. Jh.s 1911; (Hg.) Die Liederhs. des Weingartner Benediktiners P. Meingosus Gaelle aus dem Jahre 1777, 1912; (Hg.) Caroline Pichler, geborne von Greiner, Denkwürdigkeiten aus meinem Leben 1914; gem. m. G. Gugitz, Altwienerisches. Bilder und Gestalten 1920; gem. m. G. Gugitz, Von Leuten und Zeiten im alten Wien 1922; (Hg.) Philipp Hafner. Scherz und Ernst in Liedern 1922; Aus Mozarts Freundes- und Familienkreis 1923; (Hg. gem. m. August Angenetter) Lieder der Einserschützen 1924; gem. m. Gustav Litschauer = G. Gugitz, Der Spittelberg und seine Lieder 1924; gem. m. G. Gugitz, Alt-Wiener Thespiskarren. Die Frühzeit der Wr. Vorstadtbühnen 1925; gem. m. G. Gugitz, Alt-Wiener Krippenspiele 1925; Aufsätze für die Zs. für die Gitarre.
Literatur
M. Vevera in JbÖVw 67/68 (2018/2019); I. Mochar-Kircher, Das „echte deutsche“ Volkslied. Josef Pommer (1845–1918) 2004; Czeike 1 (1992); ÖL 1995; Personenlex. Öst. 2001; Riemann 1959; A. v. Klement, E. K. B. 1940 (verv.).; Zs. f. d. Git. 4/7 (1925), 1; eigene Recherchen.

Autor(en)
Martha Vevera
Empfohlene Zitierweise
Martha Vevera, Art. „Blümml, Emil Karl (Pseud. Flosculus, Emilius Carolus, Karl Giglleithner)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 27/11/2019]