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Hein, Hein, Otto Brüder
Otto Egon: * 1887-06-1717.6.1887 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † 1948-12-044.12.1948 Wien. Verleger, Schauspieler, Librettist. Der Sohn eines Kaufmanns begann als Schauspieler und Schriftsteller und textete bereits ab 1912 Operetten und Chansons v. a. für R. Stolz, den er schon als Jugendlicher in Brünn kennengelernt hatte. Um 1913 ließ er sich in Wien nieder. 1919 gründete er mit Stolz’ Hilfe in Wien den Wiener Bohême-Verlag. In erster Ehe (seit 21.10.1923) verheiratet mit der Sängerin F. Ressel. Mitte der 1920er Jahre Vorstandsmitglied der AKM. 1929 gründete er gemeinsam mit der Universum-Film AG (Ufa) und den Musikverlegern Viktor Alberti und Armin Lackenbacher-Robinson den Ufaton-Verlag zur Auswertung von Filmmusikrechten. Einige Zeit war er darüber hinaus auch Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Berliner Filmmusikverlages Beboton. Nach dem Verkauf seines Verlags 1932 an die Berliner Ufa wurde er bis Ende des Jahres dessen Geschäftsführer. Nachdem der Wiener Bohême-Verlag in wirtschaftliche Turbulenzen geriet, gründete man in Berlin die Wiener Bohème Ges.m.b.H. und H. wurde erster Geschäftsführer dieses Verlags. 1932 schied er aus dem Verlag aus. Im April 1933 emigrierte das Ehepaar (Exil) nach Frankreich, wo H. beim Musikverlag Édition Coda gearbeitet haben soll. Seine Villa in Hietzing (Wien XIII, Gloriettegasse 6), die ehemalige Villa des Leibarztes von Kaiser Franz Joseph, Joseph v. Kerzl, wurde 1935 in seiner Abwesenheit versteigert. In Paris lernte H. seine zweite Frau, die Schauspielerin Jelli Staffel (eig. Gabriele, * ca. 1906 [Ort?], begr. 6.8.1959 Wien) kennen, mit der er noch vor Kriegsausbruch nach London emigrierte. Hier gründete er erneut einen Musikverlag, vermutlich die Edition Vienna, der Werke Wiener Komponisten vertrieb. Ende 1946 kehrte er nach Wien zurück, wo er kurz vor seinem Tod die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt. 1948 Mitglied der für kurze Zeit von F. Fox geführten Österreichischen Bühnenunion.
Werke
Libretti zu Operetteneinaktern (Die anständige Frau 1916; Dagobert, wo warst du? 1919, Funserls Entdeckung 1919, Die schönste Frau 1920, Eine tolle Nacht 1921 [M: jeweils R. Stolz]; Das Mädel vom Varieté [M: H. Weiner-Dillmann] o. J.; gem. m. K. Robitschek Du liebes Wien [M: R. Stolz] 1912, Die Varieté-Diva [M: R. Stolz] 1915, Prinz Rappaport [M: F. Lehner] 1921; gem. m. Ferdinand Stein: Fritzi [M: O. Stransky] 1913; gem. m. E. Wengraf Das verflixte Geld [M: O. Stransky] 1914; gem. m. E. Wengraf: Pension Schraube 1916, Familie Rosenstein 1917, Eine einzige Nacht 1917, Muzikam 1918, Sieg und Platz 1918, Die schöne Maske (Bloch & Co.) 1918, Das Haus des Schreckens 1920, Die fidele Pension 1920, Schloß Rosenstein 1921, Der Außenseiter 1922 [M: jeweils R. Stolz]; gem. m. L. Hirschfeld Die schöne Katharin [M: R. Stolz] 1916; gem. m. Wilhelm Berg Die Hose des Tenors [M: R. Stolz] 1917); Schlagertexte (Ich hab’ dich lieb [M: R. Stolz], Am Kongo und am Nil [M: R. Stolz], Schätzchen schenk mir deinen Rosenmund [M: O. Stransky]; gem. m. Richard Rilló Du bist mein Idol [M: R. Stolz]).
Literatur
Komödie 20.10.1923, 30; S. Fetthauer, Musikverlage im „Dritten Reich" und im Exil 2004; P. Herz, Gestern war ein schöner Tag 1985, 104; M. G. Hall, Zur Gesch. des Wr. Bohème-Verlags – Austrian Posters (www.austrianposters.at, 11/2019); H. Brückner/C. M. Rock, Judentum und Musik 31938; Stieger II/2 (1980); Neues Österreich 7.12.1948, 4, 10.12.1948, 6; Die Weltpresse 6.12.1948, 8; Grazer Tagbl. 19.9.1912, 21; Geburts-Matrik für die israelitische Cultusgemeinde in Brünn 1887, RZ 1185; www.friedhoefewien.at (11/2019); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at; Lehmanns Adresskalender).

Erwin: * 3.5.1890 Brünn, † nach Juni 1938 [Ort?]. Verleger, Schriftsteller. Besuchte in Brünn die Mittelschule und die Staats- Oberrealschule. Nach Abschluss des Studiums (Jus?) zunächst Tätigkeit im Bankfach, verbunden mit Aufenthalten in England, Italien und Frankreich. Als sein Bruder Otto den Wiener Bohême-Verlag vergrößerte, trat er vermutlich 1924 (lt. Handelsregister am 2. Oktober 1925) als Prokurist ein. Gründete im Frühjahr 1933 gemeinsam mit der Universal Edition den Dacapo-Verlag in Wien I (Bösendorferstraße 12), der Unterhaltungsmusik herausbrachte. Am 18.9.1935 gründete er die Firma E. H. Verlag von Musik- und Bühnenwerken in Wien III (Landstraßer Hauptstraße 1), geriet jedoch aufgrund des Wegfalls des deutschen Marktes 1937 in wirtschaftliche Schwierigkeiten, was im Jänner 1938 in einem Ausgleichsverfahren mündete. Im Juni 1938 emigrierte H. nach Paris. Seit 8.5.1928 verheiratet mit der Schauspielerin und Tänzerin Olly Gießkann (eig. Olga Gieszkán, * 15.4.1909 Wien, † nach 1938 USA?), die Ende August 1938 ohne E. H. über Frankreich in die USA zu ihrem Schwager Karl nach New York zog.


Literatur
O. Friedmann (Hrsg.), Prominentenalmanach 1, 1930; S. Fetthauer, Musikverlage im „Dritten Reich" und im Exil 2004; M. G. Hall, Zur Gesch. des Wr. Bohème-Verlags – Austrian Posters; H. Brückner/C. M. Rock, Judentum und Musik31938; Neues Wr. Abendbl. 8.1.1938, 3; Der Tag 14.1.1938, 8; Die Bühne 5/174 (1928), 20 [O. Gießkann]; Kleine Volks-Ztg. 31.12.1937, 6 [Olly Hein]; https://libertyellisfoundation.org/ (12/2019); Trauungsbuch für die IKG Wien 1928, RZ 11.

Carl Günther (Charles G.): * 1.12.1896 Brünn, † 30.1.1984 Los Angeles/CA, USA. Verleger. Von 4.7.1922 bis 14.1.1930 im Wiener Bohême-Verlag als Prokurist tätig. 1924 Redakteur für Österreich der Berliner Monatszeitschrift Wissen Sie schon? Emigrierte 1936 über Rotterdam/NL mit seiner damaligen Ehefrau Betty, geb. Schützmann (* 25.11.1913 Surabaya/RI, † 12.3.1998 Los Angeles) in die USA, wo er sich zunächst in New York und später in Los Angeles niedergelassen haben dürfte.


Literatur
S. Fetthauer, Musikverlage im „Dritten Reich" und im Exil 2004; Amtsbl. zur Wr. Ztg. 28.7.1922, 578, 29.1.1930, 68; Geburts-Matrik für die IKG in Brünn 1896, RZ 127; WStLA Handelsregister A 53/44 (www.wien.gv.at, 11/2019); www.geni.com (12/2019); www.familysearch.org (12/2019); eigene Recherchen.

Autor*innen
Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
17.12.2020
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Hein, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 17.12.2020, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003b5025
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
von links nach rechts: Robert Katscher, Armin Robinson, Paul Whiteman, Erwin Hein, Fritz Wreede, Otto Hein (Die Bühne 3/85 [1926], 12)© ANNO/ÖNB
Erwin Hein (O. Friedmann [Hrsg.], Prominentenalmanach 1, 1930)
Olly Gießkann (Die Bühne 3/90 [1926], 28)© ANNO/ÖNB

DOI
10.1553/0x003b5025
GND
Hein, Otto: 1220649112
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Hein, Erwin: 1220653799
OBV
Weiterführende Literatur

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