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Kuhač Kuhač true (eig. Koch), Franjo Ksaver (Franz Xaver)
* 1834 -11-2020.11.1834 Essek (Osijek/HR), 1911 -06-1818.6.1911 Agram (Zagreb). Musikschriftsteller, Musikhistoriker, Volksmusikforscher, Komponist. Geschult in Essek, Donji Miholjac/HR und Pest (Budapest; Hangászegyesületi Zenede [Musikvereinschule] und Lehrerseminar). Erster Musikunterricht (Violine, Klavier, Orgel, Generalbass) 1848–50 bei Joseph Beck in Donji Miholjac. 1856 war K. einige Monate Schüler von F. Liszt in Weimar/D, danach auch von C. Czerny und wahrscheinlich von E. Hanslick in Wien. In den 1860er Jahren hatte K. viele Reisen unternommen, um im Burgenland, in Ungarn, Kroatien, Istrien, Dalmatien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Mazedonien und Bulgarien Volksmelodien der Südslawen zu sammeln. 1871 übersiedelte K. nach Agram, wo er zunächst als Lehrer an der MSch. des Kroatischen Musikvereins (1872–76), und danach bis zum Tode als freier Musikschriftsteller tätig war. Als Komponist hat K. nur Tanz- und Salonmusik komponiert. Sein Nachlass und seine reiche Korrespondenz befinden sich in Zagreb (National- und Univ.sbibliothek; Archiv der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste; Kroatisches Staatsarchiv).

Als sein Hauptwerk gilt die Sammlung von 1600 Volksmelodien der südslawischen Völker inner- und außerhalb der Monarchie (Jugoslawien), die in den 1920/30er Jahren als Hauptquelle der Volksmelodien für kroatische und andere Komponisten des sog. neo-nationalen Stils dienten. Später hat er in mehreren Werken musiktheoretische Aspekte der kroatischen und südslawischen Volksmusik komparativ untersucht. Mit den Büchern über V. Lisinski und Illyrische Komponisten des 19. Jh.s hat K. als erster die Genese der kroatischen romantischen Musik musikhistorisch dargestellt. In seiner Übersetzung von Lobes Katechismus der Musik und in einigen anderen Artikeln hat K. die Grundlagen der modernen kroatischen Musikterminologie geschaffen, darunter parallel zu G. Adler (1886) die kroatischen Äquivalente zu „Musikwissenschaft“ und „Vergleichende Musikwissenschaft“ benutzt. K. gilt heute als einer der größten kroatischen Wissenschaftler der 2. Hälfte des 19. Jh.s, doch hat er mit seinen patriotisch-überzogenen Thesen über die kroatische Herkunft von Komponisten wie J. und M. Haydn, Giuseppe Tartini, F. Liszt u. a. seine wissenschaftlichen Leistungen als Begründer der kroatischen Ethnomusikologie und Musikgeschichte belastet.


Schriften
Južnoslovjenske narodne popievke, 4 Bde. 1879–82, Bd. 5 1841; Ilirski glazbenici 1893 (ND 1994); Prva hrvatska uputa u glasoviranje, 2 Bde. 1896/97; Vatroslav Lisinski i njegovo doba 1887, 1904; Osobine narodne glazbe naročito hrvatske 1909; Ursprung der oesterr. Volkshymne 1886; Musik [Dalmatiens] in Die österr.-ungar. Monarchie in Wort und Bild 1892; Beethoven i hrvatske narodne popievke 1894 (auch in Allgemeine Musik-Zeitung; Musical Herald, London; The Musical Courier, New York); Rikard Wagner i glazbeni mu smjer 1897;  Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1-7,  Prag,  Kassel, in Aderhold in: Werner (Michael).  Litschauer/Walburga Kube Salzburg, 1971/72 55.Internationale Stiftung Mozarteum  Linz,  14/1 und 14/2,  völlig neu bearbeitete Auflage/ Berlin, in Stammler in: Wolfgang (Kurt).  Ruh Wien, in Grasberger in: Renate (Erich Wolfgang Anton Bruckner Dokumente und Studien).  PartschJournal of Musicological Research. Aufl. 2-3 133–145. Atzenbrugg,  Stuttgart, in Hermand in: Jost (Reinhold).  Grimm Prag,  Wien, 58 Musical Quarterly. Aufl. 349–364. 43, 281.39 Singende Kirche. Aufl. 127–132. New York,  (Murray). Current Musicology. Aufl. 37-38 75–88.Dineen28 Musikforschung. Aufl. 153–156. 15,  Berlin, in Müller in: Gerhard (Gerhard Theologische Realenzyklopädie).  770–778KrauseWien Innsbruck,  Tutzing,  (Hubert). 335ff..Unverricht Graz,  Die Wiener Schule und die Alte Musik,  Wien, in Muxeneder in: Therese (Eike Journal of the Arnold Schönberg Center 15).  247–259Feß Berlin,  (Werner). 54 SchuderJosip Tartini i hrvatska pučka glazba in Prosvjeta 6/1 u. Prosvjeta 6/3 1898; Volksmusik [in Kroatien und Slavonien] in Die österr.-ungar. Monarchie in Wort und Bild 1902; Zur Musikgesch. der Kroaten in Agramer Zeitung 24.12.1906. – Manuskripte: Biografski i muzikografski slovnik; Glazbeni riečnik; Die musikalische Ortographie 1895.
Literatur
Magazin f. d. Lit. des Auslandes Leipzig, Nr. 25, 21.6.1879; NZfM Leipzig, Nr. 32 u. 35, 1. u. 22.8.1879; E. Hanslick in NFP 10.12.1879; Archiv für slavische Philologie 5 (1881); W. Dorotka in Agramer Ztg. 71 (1896), Nr. 296; W. H. Hadow, A Croatian Composer: Notes towards the Study of Joseph Haydn 1897 (ND in Collected Essays 1928); JAZU, Zagreb 1984 [21 Artikel]; St. Tuksar in D. Barbarić/M. Benedikt, Ambivalenz des Fin de siècle Wien – Zagreb 1998; St. Tuksar in IRASM 29/2 (1998).

Autor*innen
Stanislav Tuksar
Letzte inhaltliche Änderung
14.3.2004
Empfohlene Zitierweise
Stanislav Tuksar, Art. „Kuhač (eig. Koch), Franjo Ksaver (Franz Xaver)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 14.3.2004, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d66d
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.


DOI
10.1553/0x0001d66d
GND
Kuhač (eig. Koch), Franjo Ksaver (Franz Xaver): 128577096
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