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Rode, Rode, true Jacques Pierre Joseph
* 1774-02-1616.2.1774 Bordeaux/F, † 1830-11- 25 25.11.1830 Château de Bourbon bei Damazan/F. Geiger, Komponist. Seinen ersten Geigenunterricht erhielt R. ab dem Alter von 6 Jahren bei André-Joseph Fauvel, mit 12 Jahren gab er bereits erfolgreich Violinkonzerte in seiner Heimatstadt. Ab 1787 Schüler von Giovanni Battista Viotti in Paris. Sein Pariser Debüt gab er 1790, zwei Jahre später wirkte er bei der UA zweier Violinkonzerte seines Lehrers mit. Durch den großen Erfolg dieses Auftrittes wurde R. Ende 1795 eine Professur am neu gegründeten Pariser Conservatoire verliehen, die er aber aufgrund zahlreicher ausgedehnter Konzerttourneen (Niederlande, Deutschland) nur selten wahrnahm. Einer seiner wenigen Schüler war Jos. Böhm, Begründer der sog. Wiener Geigerschule. 1800 wurde er Erster Geiger in Napoleons Privatorchester. 1804–08 verbrachte R. am Hof Zar Alexanders I. in St. Petersburg/RUS und feierte große Triumphe. Eine 1811 begonnene erneute Europatournee führte ihn Ende 1812 auch nach Wien , wo er am 29.12.1812 im Haus des Fürsten J. F. v. Lobkowitz L. v. Beethovens Violinsonate op. 96 mit Erzhg. Rudolph am Klavier unter Beisein des Komponisten zur UA brachte. Obwohl der letzte Satz der Sonate eigens für R. entstanden war, dürfte dessen Leistung Beethoven nicht ganz zugesagt haben, denn vor der zweiten Aufführung am 7.1.1813 schickte er ihm die Violinstimme. Der Wiener Öffentlichkeit hatte sich „endlich der bereits seit längerer Zeit hier erwartete“ (Wr. allgemeine musikalische Ztg.) R. einen Tag zuvor erstmals im großen Redoutensaal vorgestellt, wo er vermutlich sein Violinkonzert in D-Dur zur UA brachte. Hier hörte ihn L. Spohr, der, nachdem er R. bereits zehn Jahre zuvor in Braunschweig/D gehört hatte, eine Abnahme seiner Leistungsfähigkeit konstatierte. Ein zweites Mal konzertierte R. am 31. Jänner, diesmal im kleinen Redoutensaal. Zwei weitere Konzerte folgten im März, eines davon am Theater an der Wien. Seine Verehrer widmeten ihm daraufhin in Anerkennung seiner Leistung ein von Ignaz Kollmann verfasstes Gedicht „Hoheit der Kunst. An Rode“ (abgedruckt in Wr. allgemeine musikalische Ztg.). 1814 ließ sich R. in Berlin nieder und kehrte etwa 1819 nach Bordeaux zurück. Der Versuch, 1828 eine neue Virtousenkarriere aufzubauen, scheiterte. Neben R. Kreutzer und Pierre Marie Baillot zählt R. zu den Begründern der französischen Violinschule. Seine Kompositionen entstanden fast ausschließlich für sein Instrument, großer Beliebtheit erfreute sich sein Air varié op. 10 in G-Dur, das zu Spohrs bevorzugten Konzertstücken gehörte und dessen Fassung für Gesang ein Repertoirestück wurde, u. a. aufgeführt von Maria Malibran, Pauline Viardot und H. Sontag.
Werke
13 Violinkonzerte, Streichquartette, 24 Caprices, Violinduos, Etüden; Lieder.
Schriften
gem. m. R. Kreutzer u. P. M. Baillot, Méthode de violon 1803.
Literatur
H. Ahlgrimm, P. R. Ein Beitrag zur Geschichte des Violinkonzerts, Diss. Wien 1929; MGG 14 (2005); NGroveD 21 (2001); Kinsky-Halm 1955; Wr. allgemeine musikalische Ztg. 1813; L. Spohr Selbstbiographie 1 (1954).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Rode, Jacques Pierre Joseph‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 07/01/2008]