Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Sawerthal Sawerthal Joseph Rudolf: (Saverthal, Sawertal, Zaverthal, Zavrtal, Zavrthal), Familie
Joseph Rudolf: * 1819-11-055.11.1819 Polep bei Leitmeritz/Böhmen (Polepy/CZ), † 1893-05-033.5.1893 Leitmeritz/Böhmen (Litoměřice/CZ). Militärkapellmeister und Komponist. Studierte 1831–37 am Prager Konservatorium Trompete und Posaune und war 1839–45 Kapellmeister des Dragoner Regiments Nr. 6 in Sárospatak/H. 1845–50 leitete er die Militärmusik im IR Nr. 53, 1850–64 war er Kapellmeister der K. u. k. Marine in Triest. Hier trat er als Initiator des Triester Musikvereins auf und spielte mit seinen Orchestern in Theatern, Casinos und auf Bällen. 1864–67 diente er K. Maximilian von Mexiko als Hofmusikdirektor und General-Inspekteur der mexikanischen Militärkapellen. Danach in England, stand er als „Bandmaster“ in Diensten der britischen Armee (1868–90); 1886 auch in Persien.
Ehrungen
Österr., frz. u. persische Orden; Ritter des Marien-Ordens von Guadeloupe/F.
Werke
Märsche (Fregatte Novara 1857, Österr. Kronprinzen-Marsch 1858), Tänze, Kammermusik, Lieder, Singspiel Die Alpenhirtin (1847).


Seine Tochter Mathilde (verh. Weissmann): * 2.2.1846 Temesvár, Siebenbürgen/Ungarn (Timişoara/RO), † 22.7.1908 Rom? [begr. Rom]. Sängerin (Sopran). Studierte Gesang 1857–59 am Mailänder Konservatorium sowie 1859–63 am Prager Konservatorium bei Giovanni Battista Gordigiani und trat 1870 in Pisa/I auf. 1863 bewarb sie sich um die Aufnahme in die Wiener Hof-Opernschule, erschien jedoch nicht zur Aufnahmsprüfung. 1871 ging sie nach London ans Drury Lane Theatre und anschließend an die Prager Oper. Danach verliert sich ihre Spur, sie heiratete Maximilian Baron Weissmann. Sie wurde am protestantischen Friedhof in Rom begraben.

Sein Bruder Wenzel (Václav, Wenceslas, Venceslao) Hugo: * 31.8.1821 Polepp, † 8.9.1899 Leitmeritz. Klarinettist, Kapellmeister, Komponist. Besuchte 1834–40 das Prager Konservatorium, anschließend spielte er als Klarinettist im Orchester des Laibacher Theaters (1841) bzw. der Prager Oper (1843) und trat in Budapest als Bassist in Erscheinung (1842). 1845–47 war er Kapellmeister im IR Nr. 18 in Mailand, 1847 ging er als Musikdirektor des Teatro del Liceo sowie Konservatoriumsprofessor nach Barcelona/E. 1848/49 wiederum in Mailand, hier Bekanntschaft mit C. Th. Mozart. Ab 1850 war S. neuerlich Kapellmeister in der K. u. k. Armee (1850–54 IR Nr. 54 [Mailand und Wien] und 1854–59 IR Nr. 59 [Triest]), danach bis 1866 in der italienischen Armee. 1867–70 wirkte er als Musikdirektor in Treviso/I und 1870–74 in Modena/I. 1874 ging er nach Schottland (Dgt. der Pollokshields Musical Association), 1875–95 lebte er als Musiklehrer in Helensburgh/GB. Seit 1847 war W. H. S. mit der italienischen Opernsängerin Carlotta Maironi da Ponte (1826–73) verheiratet.


Werke
Ouvertüre, Märsche (Kaiser Franz Joseph-Jubel-Marsch 1852), Tänze, Kammermusik, Oper Estella, Chöre und Lieder.


Dessen Sohn Ladislav Josef Filip Pavel (Ladislao Joseph Philip Paul): * 29.9.1849 Mailand, † 29.1.1942 Cadenabbia/I. Dirigent und Komponist. Erhielt ersten Musikunterricht von seinen Eltern und studierte am Konservatorium in Neapel Violine bei Francesco Paolo Tosti. Nach Tätigkeiten bei seinem Vater in Treviso und Modena (1869/70) ging er 1871 als Theaterdirigent nach Mailand und 1872 nach Schottland, wo er bis 1881 als Musiklehrer und Musikdirektor verschiedener Musikvereine in Glasgow wirkte. 1877 auch Zusammenarbeit mit H. v. Bülow. Während seiner Dienstzeit als Kapellmeister der Royal Artillery Band in Woolwich/GB (1881–1906) beteiligte sich L. S. intensiv am Londoner Musikleben und fungierte 1895–1905 auch als Musikdirektor der Sonntagskonzerte in der Royal Albert Hall. 1906 pensioniert, kehrte er nach Italien zurück.


Ehrungen
Cavaliere della Corona d’Italia; ital., engl., griech., türkische u. serbische Orden.
Werke
Opern (Tita [gem. m. W. H. S.; umgearb. als Adriana], Una notte a Firenze, A Lesson in Magic [umgearb. als Love’s Magic], Mirra), 2 Symphonien, Klaviermusik, Chöre, Lieder.
Literatur
NGroveD 27 (2001) [Zavrtal]; MGG 14 (1968) [Zavrtal]; Suppan 1994; LdM 2000 [Zavrtal]; G. Černušák et al. (Hg.), Česko Slovenský Hudební Slovník 1965 [Zavrtal]; Wurzbach 59 (1890) [Zavrtal]; Brixel/Martin/Pils 1982; G. Wichart in StMw 39 (1988) [S., Zavertal]; Stieger II/3 (1978) [Zavrtal]; J. Branberger, Das Konservatorium f. Musik in Prag 1911, 352; E. Rameis, Die österr. Militärmusik 1976 (erg. u. bearb. v. E. Brixel), 175 u. 179; www.dkinst-rom.dk/protcem/work/pcGE.html#Stone2056 (3/2005); ÖStA (HHStA, HA, Hofoper, Sonderreihe, K 33); eigene Recherchen.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Sawerthal (Saverthal, Sawertal, Zaverthal, Zavrtal, Zavrthal), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 03/07/2019]