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Tisch Tisch true (Tysh), Siegfried (Fred, eig. Salomon; Pseud.e Hans Siegfried Lentis, Irving Lennard, Wolfgang Ronegg? [lt. Brückner-Rock])
* 1905-06-1111.6.1905 Tarnau/Galizien (Tarnów/PL), 1981-04-099.4.1981 London. Textautor. Kam mit seiner Familie 1915 nach Wien. Bereits während der Schulzeit verfasste er Sketche und Kolumnen. Nach der Matura 1924 studierte T. Jus, Abschluss 1929 (Dr. jur.). Zunächst als Rechtsanwaltsanwärter tätig, verlegte er sich später ganz auf das Textdichten, häufig im Team mit H. Lengsfelder, den er 1934 kennen lernte. Für gemeinsame Texte verwendeten die beiden gelegentlich das Pseudonym Hans Siegfried Lentis. Mit Lengsfelder bearbeitete T. 1934 auch Opern und Operetten für die ersten beiden Programme des Kabaretts Der Regenbogen. Der Durchbruch im Operettenfach gelang T. 1936 mit Gesangstexten für Achtung… Großaufnahme!, es folgten einige erfolgreiche Zusammenarbeiten v. a. mit L. Märker als Komponist. Laut eigenen Berichten war T. auch Mitautor von H. Lengsfelder bei Sag beim Abschied leise „Servus“ (M: P. Kreuder) für Willi Forsts Film Burgtheater, der offizielle Textdichter Harry Hilm soll nur als Strohmann fungiert haben. Im Juni 1938 wurde T. ins Konzentrationslager Dachau/D deportiert, im September nach Buchenwald/D (gem. m. F. Löhner, H. Leopoldi) überstellt. Im Jänner 1939 entlassen, emigrierte er im Mai 1939 nach London (Exil), wo er den Namen Fred S. Tysh annahm und ab 1940 in englischer Sprache textete. Sein erster Verleger in London war H. May mit seinem Verlag Schauer & May, für ihn textete T. zahlreiche Titel. Fallweise schrieb T. auch für das Exilkabarett Laterndl, dessen musikalische Leitung P. Knepler übernommen hatte, mit dem ihn bald eine Freundschaft verband. 1942 verfasste T. die Gesangstexte für R. Taubers und B. Gruns Operette Old Chelsea, 1945 für Gruns Operette Can Can (UA Mai 1946). Ende der 1940er Jahre beendete T. seine Tätigkeit als Autor und arbeitete nur noch als Buchhalter.
Werke
Operettenlibretti (gem. m. H. Lengsfelder:Hochzeitsreise (Budapest–Wien) 1936 [M: Carlo de Fries]; Warum lügst du, Chérie 1936 [M: L. K. Märker]; Bearbeitung von Rosemarie 1937 [M: Rudolf Friml, Herbert Stothart]); gem. m. H. Lengsfelder Gesangstexte zu musikalischen Lustspielen [Achtung… Großaufnahme 1936 (M: F. Spielmann und St. Weiss], Der schiefe Hut 1936 [M: L. K. Märker, T: André Birabeau und George Dolley], Sie, Johann 1937 [M: Paul Weiß, T: F. Grünbaum und Ernst Behrendt], Das Ministerium ist beleidigt 1937 [M: L. K. Märker, T: Fred Heller]); Schlager (Die große Liebe gibt es längst nicht mehr, Ich lieb’ dich doch [M: jeweils Egon Goldberg], Träumen ist nur schön zu zwei’n [M: W. Engel-Berger, gem. m. H. Lengsfelder Sag beim Abschied leise „Servus“ [M: P. Kreuder]); Wienerlieder (Ein Wienerlied – das ist Musik H. Strecker]; Wien, Stadt der Musik [M: Paul Mann]).
Literatur
B. Esser, Sag beim Abschied leise Servus. Eine Liebe im Exil 2002; I. Reisner, Kabarett als Werkstatt des Theaters 2, Diss. Wien 1961; H. Brückner/Ch. M. Rock, Judentum und Musik mit dem ABC jüdischer und nichtarischer Musikbeflissener 31938; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Tisch (Tysh), Siegfried (Fred, eig. Salomon; Pseud.e Hans Siegfried Lentis, Irving Lennard, Wolfgang Ronegg? [lt. Brückner-Rock])‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 12/11/2010]