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Werau, Werau, true Artur M. (auch Rolf Viktor W., eig. Birnbaum, Arthur Marcell)
* 1887-12-1212.12.1887 Wien, † 1931-11-011.11.1931 Wien. Komponist, Pianist. Der Sohn des Petroleumindustriellen Salomon Birnbaum († 12.3.1925 Wien) studierte um 1910 an der Univ. Wien Medizin. Soll als Besitzer von Petroleumgruben in Polen die Musik zunächst nur hobbymäßig ausgeübt haben, sich aber im Verlauf des Ersten Weltkrieges gezwungen gesehen haben, die Musik zu seinem Beruf zu machen. Ab 1909 als Komponist nachweisbar, verwendete er zunächst bis zu seiner offiziellen Namensänderung 1917 auf W. das Pseud. Rolf Viktor W. 1914 Kapellmeister der Wiener Künstlerspiele, 1919 der neu gegründeten Künstlerspiele Pan. Sein 1915 publiziertes Marsch-Couplet Rosa, wir fahr’n nach Lodz [T: F. Löhner], das eigentlich eine Kriegswaffe, einen 30,5 cm Mörser, besang, erlangte bald große Popularität und wurde 1974 durch Vicky Leandros mit einem veränderten Text erneut bekannt. W. zählte zu den sog. „Repertoiredichtern“, die Chansons und Schlager auf Bestellung lieferten. Er trat auch als Klavierbegleiter verschiedener Sänger und Sängerinnen auf (u. a. M. Marlow, Theo Körner, R. Berndt, Grete Wittels, Doddy Delisson), die die von ihm komponierten Titel interpretierten (Budapester Orpheum, Kabarett Simpl). Mit einigen von ihnen ging er auch auf Tournee. Darüber hinaus komponierte W. zahlreiche Operetteneinakter, u. a. für die Künstlerspiele Pan, das Budapester Orpheum und die Rolandbühne. 1930 wurde er Vizepräsident des Unterstützungsvereins für Künstler Parnaß. W. war seit 30.4.1916 mit Franziska Henriette Antonia Löwy (* 18.4.1892 Wien, † nach 2.6.1942 KZ Klein Trostinetz bei Minsk/Deutsches Reich [Maly Trostinez/BY]), Tochter des Chefredakteurs des Illustrierten Wiener Extrablattes, Julius Löwy, verheiratet. Am 22.1.1923 war er aus dem Judentum ausgetreten. Nach einem 1929 erlittenen Herzinfarkt konnte er ein Jahr lang nicht arbeiten, zuletzt komponierte er wieder vermehrt. Werau verstarb an einem Schlaganfall.
Werke
Operetteneinakter (Der Walzerkönig 1917 [T: Gustav Friedrich], Der plötzliche Sohn 1918 [T: W. Sterk], Leute von heute 1918 [T: Fritz Lunzer u. A. Rebner], Die Fuchsfalle 1918 [T: Harry Lutz u. A. Rebner], Die indische Witwe 1920 [T: Julius Horst u. Ernst Wengraf], Das verbotene Fräulein 1920, Wiener Leut – einst und heut 1920, Ein nobler Herr [T jeweils: W. Sterk] 1920); Revuen (1866 – 1919, 1919, Die lustige Republik 1919, Der Zug nach dem Westen 1926); Schlager (Rosa, wir fahr’n nach Lodz [T: F. Löhner], Verliebt, verlobt, verheiratet [T: Hans Pflanzer], Wenn ich dich seh’, dann muß ich weinen [T: F. Löhner], In Boskowitz und Holleschau [T: J. Brammer]); Filmmusik (Hoch vom Dachstein 1928 [Stummfilm mit Livemusik-Einlagen]; Zwei Welten 1930).
Literatur
NFP 14.3.1925, 82.11.1931, 4; Neues Wr. Journal 2.11.1931, 5; Wr. Sonn- und Montags-Ztg. 2.11.1931, 3; Wr. Mittags-Ztg. 11.3.1930, 5; JAO. Int. Artisten Organ, 7/3 (März 1932), 2; Salzburger Chronik 26.8.1930, 7; Stieger IV/1 (1982); Geburtsbuch der IKG Wien 1887–1888, RZ 2015; de.wikipedia.org (12/2014); https://www.wien.gv.at/ (12/2014); www.doew.at (11/2016); www.genteam.at (6/2021); Mitt. WStLA (Meldearchiv); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Werau, Artur M. (auch Rolf Viktor W., eig. Birnbaum, Arthur Marcell)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 07/06/2021]