Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Egen, Egen, true Austin (eig. Meyer, August Guido Maria; Pseud. Heinz Egon)
* 1897 -03-2828.3.1897 Graz [nicht: Milwaukee, Wisc./USA], 1941 -08-1818.8.1941 Frohnleiten/St. Komponist, Pianist und Sänger. Sohn des Schauspielers August Meyer-Eigen († 7.4.1932 Frohnleiten) und dessen Frau M. Rochelle. Bedingt durch den Beruf des Vaters folgten einige Wechsel des Wohnortes, bis E. im August 1911 mit seiner Mutter nach New York City/USA zog, der Vater folgte 1912 nach. Ab 1918 wohnte die Familie in Chicago/Tenn., USA. Anlässlich seiner Musterung gab E. als Geburtsort Milwaukee, Wisc./USA an. Um einen amerikanischen Pass zu erhalten, gab auch seine Mutter eine eidesstattliche Erklärung der angeblichen Geburt in den USA ab, die sich hinfort in sämtlichen Quellen findet. 1922 kehrte die Familie wieder nach Österreich zurück, E. versuchte sich als Promotor für Schlager aus dem Hause Doblinger in Paris und London und war vermutlich ab März 1924 Mitarbeiter des Musikverlages Roehr AG in Wien I. Im Herbst 1924 übersiedelte er nach Berlin, wo er sich, obwohl nach eigenen Angaben nicht musikalisch ausgebildet, als Komponist zahlreicher Schlager, Sänger und Verleger eine erfolgreiche Karriere aufbauen konnte. Bereits 1924 hatte E., der vermutlich von seiner Mutter Gesangsunterricht erhalten hatte, seine ersten Schallplatten aufgenommen; 1927–31 nahm er für Electrola rund 250 Titel sowohl unter seinem Namen als auch als Refrainsänger bei berühmten Ensembles und Orchestern der Zeit wie den Weintraub Syncopators, Jack Hylton, D. Dauber, Oscar Joost und Marek Weber auf, danach arbeitete er auch fürOdeon, Ultraphon und Kristall, bei Letzterer z. T. unter dem Pseudonym Heinz Egon. E. war in dieser Zeit einer der meistbeschäftigten Schlagersänger Deutschlands. 1930–32 war er auch in kleinen Rollen als Filmschauspieler tätig. Als Musikverleger zunächst Mitarbeiter der Roehr AG, durch seine Heirat der Nichte von Curt Max Roehr auch enge familiäre Bande mit dem Verlagseigentümer. 1926/27 stellvertretender Vorstand der Roehr AG, danach Geschäftsführer der Standard Edition Musikverlag GmbH. Nach dem Konkurs des Musikverlages Roehr ging E. im Herbst 1932 wieder nach Österreich und ließ sich in Frohnleiten nieder, wo seine Eltern ein Haus besaßen. Sein musikalischer Mittelpunkt wurde aber Wien. Hier war er mit der Jazzkapelle Ch. Gaudriots bereits 1931 auf Radio Wien zu hören gewesen, nun trat er ab 1935 regelmäßig mit der Jazzkapelle von H. Sandauer in Sendungen der RAVAG auf und spielte bis Ende 1936 mindestens 46 Platten für HMV, Phönix, Columbia ein. Seine Schlager veröffentlichte er nun bei Wiener Verlagen. Um 1940 betrieb er ein kleines Kaffeehaus am Grazer Griesplatz.
Werke
rund 170 Schlager (u. a. Bei Fräulein Lisbeth im Parterre [T: Friedrich Schwarz], Verzeih’ mir und sei wieder gut [T: Kurt Schwabach], Ich brauch’ für Sonntag 'ne neue Braut [T: K. Schwabach], Ruckerlberg-Walzer [T: A. Egen u. Richard Rillo]; gem. m. Franz Grothe: Zigeuner, du hast mein Herz gestohlen [T: K. Schwabach]; gem. m. Franz Doelle: Man schenkt sich Rosen, wenn man verliebt ist [T: F. Rotter]; gem. m. F. Rotter: Was der Onkel Doktor sagt [T: F. Rotter]; gem. m. R. Erwin: Glaub’ mir, ich bin dir gut [T: K. Schwabach].
Literatur
W. Stanicek, A. Egen – Schlager-Komponist, Sänger und Musikverleger, Diss. Wien 2010 [mit WV u. Diskographie]; K. Krüger in Fox auf 78, H. 11 (Herbst 1992); Wölfer 2000; R. Kreis in CD-Booklet zu „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n“ SDR 1997; M. Weihermüller, Discographie der Deutschen Kleinkunst 2, 1991; eigene Rechechen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Egen, Austin (eig. Meyer, August Guido Maria; Pseud. Heinz Egon)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 10/10/2013]