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EleonoraEleonoratrue (Gonzaga) II.
* 1630 -11-1818.11.1630 Mantua, 1686 -12-066.12.1686 Wien. Kaiserin. 3. Frau von Ferdinand III.. Als Tochter von Karl II. Gonzaga, Herzog von Rethel, und Maria Gonzaga war sie die Schwester des regierenden Herzogs von Mantua und eng mit der Stiefmutter Ferdinands III. Eleonora (Gonzaga) (I.) verwandt. 1651 heiratete E. den zweimal verwitweten und um 22 Jahre älteren Herrscher, der bereits nach 6 Jahren außergewöhnlich glücklicher Ehe starb. War die Hochzeit in Wiener Neustadt in aller Stille gefeiert worden, so hat die gebildete und sehr musikalische Kaiserin in ihrer fast 30 Jahre dauernden Witwenschaft das Musikleben des leopoldinischen Hofes entscheidend geprägt (nicht zuletzt, da sie v. a. bei der 2. und 3. Hochzeit Leopolds I. maßgeblich an der Planung der Feste mitwirkte und großen Einfluss auf ihren Stiefsohn hatte). Nach dem Tod ihrer Schwiegermutter Eleonora (Gonzaga) I. 1655 wurde sie der künstlerische Mittelpunkt des Wiener Hofes. E.s Hofmusikkapelle (ab 1657) umfasste 24 Musiker; ihre Hofkapellmeister waren G. Tricarico, P. A. Ziani, A. Draghi und G. B. Pederzuoli; Niveau und Spielbetrieb standen der kaiserlichen um nichts nach, sodass es 1657–86 eigentlich zwei gleichwertige HMK.en am Wiener Hof gab. Mit der regelmäßigen Aufführung von Oratorien am Gründonnerstag vor dem Heiligen Grab in ihrer Kapelle kann die religiöse Kaiserinwitwe (die u. a. 1668 den Sternkreuzorden gründete) als Begründerin des Sepolcro angesehen werden. 1668 gründete E. nach italienischem Vorbild die Accademia degli Illustrati (die zweite Akademie am Kaiserhof nach der 1657 von Erzhzg. Leopold Wilhelm gegründeten), der neben Mitgliedern der kaiserlichen Familie und des Hofadels u. a. F. Sbarra und F. Ximenes angehörten. E. soll nicht nur gedichtet und aktiv musiziert, sondern auch komponiert haben, doch sind keine Werke von ihr überliefert.
Literatur
MGÖ 1 u. 2 (1995); B. Hamann, Die Habsburger 31988; E. Hilscher, Mit Leier und Schwert 2000; H. Seifert, Der Sig-prangende Hochzeits-Gott 1988; Seifert 1985.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Eleonora (Gonzaga) II.‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 09/10/2001]